Bauernverband sucht Schweizer Betriebe für Flüchtlings-Pilotprojekt
09.11.2015 | 14:06
Der Schweizer Bauernverband sucht schweizweit Betriebe, die 2016 beim Pilotprojekt "Flüchtlinge als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft" mitmachen.
Die Umsetzung der im letzten Jahr angenommen Masseneinwanderungsinitiative verlangt, das Potenzial an inländischen Arbeitskräften besser zu nutzen. Ein solches besteht in den vorläufig aufgenommenen Personen und anerkannten Flüchtlingen. Die Landwirtschaft auf der anderen Seite beschäftigt jedes Jahr 25'000 bis 35'000 ausländische Arbeitskräfte, weil sich für ihre Arbeiten kaum Schweizer finden lassen.
Aus diesem Grund startete der Schweizer Bauernverband im Frühsommer 2015 zusammen mit dem Staatssekretariat für Migration ein Pilotprojekt, um vorläufig aufgenommene Personen und anerkannte Flüchtlinge erfolgreich in der Landwirtschaft zu beschäftigen. In dieser Saison haben darin acht Betriebe mit 13 Flüchtlingen mitgewirkt.
Fortlaufende Weiterentwicklung
Das Projekt wird laufend weiterentwickelt und soll während drei Jahren die nötigen Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren bei allen Beteiligten (Betrieb, Flüchtlingen, kantonalen Behörden) klären. Der Bruttolohn für den ersten Monat beträgt 2'300 Schweizer Franken. Ab dem zweiten Arbeitsmonat bezahlen die Arbeitgeber den Flüchtlingen den Mindestlohn, der in den meisten Kantonen 3'200 Franken beträgt.
Die Pilotbetriebe erhalten für ihren zusätzlichen administrativen Aufwand im Zusammenhang mit der Evaluation des Projekts 200 Franken pro Monat. Weitere 200 Franken werden ihnen als pauschale Entschädigung ausbezahlt, sofern die Arbeitskräfte auch auf dem Betrieb wohnen und von der Familie verpflegt werden. Für das kommende Jahr sind wieder schweizweit Betriebe gesucht, die beim Pilotprojekt mitmachen.
Interessierte können sich bei Monika Schatzmann, Leiterin Agrimpuls melden.
- Monika Schatzmann, monika.schatzmann@agrimpuls.ch, Tel. 056 462 53 05