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Dick ist chic - Totenkopfaffen in der Paarungszeit

(Bildquelle: infoticker)

In den letzten Wochen hat Duende (9) im Zoo Basel stark an Gewicht zugelegt und sieht jetzt aus wie ein kleiner Bodybuilder. Duende ist das dominante Totenkopfäffchen in der einundzwanzigköpfigen Gruppe. Jedes Jahr in der Fortpflanzungszeit ändert er nicht nur seine Figur, sondern auch sein...

Die Totenkopfaffen - auch Saimiri genannt - haben ein aussergewöhnliches Fortpflanzungsverhalten. Anders als bei den meisten anderen Affen ist bei ihnen die Brunst saisonal. Die Weibchen können nur in einer kurzen Zeit, während rund zwei Monaten, aufnehmen.

In Europa ist das in der Regel zwischen Mitte November bis Mitte Januar. Pünktlich auf diese Zeit hin wird das dominante Männchen richtig dick. Seine Volumenzunahme ist eine Kombination aus Lufteinlagerungen unter der Haut und einer Gewichtszunahme.

Dominante Männchen werden auf die Brunstzeit auf diese Weise hin bis zu 25 Prozent schwerer. Dies ist zurzeit im Zoo Basel gut zu beobachten. Duende hat bereits so Gewicht zugelegt, dass er problemlos von anderen Gruppenmitgliedern zu unterscheiden ist. Neben Duende leben im Zoo Basel noch zwei Weibchen-Familien mit insgesamt 20 Tieren, zwei davon sind noch sehr junge Männchen.

Sag mir, wie du riechst...


Totenkopfaffen haben noch weitere spezielle Angewohnheiten: Sie urinieren über ihre Hände und reiben sich das Fell und die Fusssohlen ein. Auf diese Weise markieren sie sich mit ihrem Geruch. Regelmässig schnuppern sie an den anderen Tieren und reiben sich an den Oberflächen, an welchen sie entlang laufen, um diese ebenfalls zu markieren. Dieses Urineinreiben ist während der Brunst häufiger zu beobachten als das Jahr über.

Es dient wahrscheinlich zur Kommunikation und um gegenseitig die Paarungsbereitschaft zu überprüfen. Da alle Weibchen gleichzeitig gedeckt werden, bekommen sie nach fünf Monaten Tragzeit auch die Jungen mehr oder weniger zur gleichen Zeit und die ganze Kinderschar wächst gemeinsam auf. Sechs bis acht Monate lang trinken die Jungen bei der Mutter, bis sie abgestillt werden. In der Natur ist dies die Zeit, in welcher es am meisten Futter gibt.

Männchen und Weibchen leben getrennt

Totenkopfaffen leben in engen Weibchen-Familiengruppen mit Jungtieren und lose zusammengesetzten Männchengruppen. Nur die dominantesten und „fetten“ Männer trauen sich während der Brunst in die Weibchengruppen. Im Zoo werden die Männer auch ausserhalb der Brunst in der Gruppe geduldet. Die Weibchen sind dominant gegenüber den Männchen.

Saimiris ernähren sich je nach Saison bis zu 80 Prozent von Insekten, Spinnen und kleinen Wirbeltieren. Sie fressen aber auch Früchte, Blätter, Knospen und Samen, vor allem, wenn es jahreszeitlich bedingt wenige Insekten gibt. Im Zoo erhalten sie täglich Eier, Heuschrecken, Mehlwürmer, Mäuse oder Hüttenkäse als Energielieferanten, dazu eine Auswahl an Früchten und Gemüsen.

Schwindender Lebensraum

Im Zoo Basel leben bolivianische Schwarzkappen Totenkopfaffen. Ihre Heimat ist der westliche Amazonas, das westliche Brasilien, der Südosten von Peru und der Norden von Bolivien. Sie sind in der Natur noch nicht bedroht, jedoch verschwindet immer mehr von ihrem natürlichen Lebensraum. In Europa sind alle Tiere in Zoos im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) integriert, welches vom Zoo Basel geleitet wird.