Feierlaune in den USA: Retailer erhöhen Gehälter
27.02.2015 | 17:15
Dank der guten Konjunktur wollen viele Einzelhändler in den USA nicht nur den Ausbau digitaler Vertriebskanäle forcieren, sondern auch die Löhne ihrer Mitarbeiter anheben. Dabei hat sich der Wettbewerb um Niedriglohnjobs bereits stark aufgeheizt. Branchenriese Wal-Mart prescht vor und hat...
Dank der guten Konjunktur wollen viele Einzelhändler in den USA nicht nur den Ausbau digitaler Vertriebskanäle forcieren, sondern auch die Löhne ihrer Mitarbeiter anheben. Dabei hat sich der Wettbewerb um Niedriglohnjobs bereits stark aufgeheizt. Branchenriese Wal-Mart prescht vor und hat angekündigt, die Löhne für alle beginnenden Mitarbeiter auf neun Dollar pro Stunde zu erhöhen. Aber auch TJX will ab Juni neun Dollar zahlen. Ein Jahr später sollen die Löhne für alle Mitarbeiter, die sechs Monate im Konzern angestellt sind, zumindest zehn Dollar je Stunde betragen.
Gesunkene Arbeitslosenrate
Von der positiven Stimmung in den USA angetrieben, hat auch Starbucks angekündigt, seinen Startlohn für neue Mitarbeiter im Januar anzuheben. Und Aetna lässt sich ebenfalls nicht lumpen und fährt die Löhne für die untersten Hierarchiestufen ab April dieses Jahres auf 16 Dollar pro Stunde hoch. Das Buhlen der grossen Einzelhandelsketten um gute Mitarbeiter hat seine Ursachen in der stark verbesserten Arbeitsmarktsituation. Die Arbeitslosenrate sank von neun Prozent 2011 auf sechs Prozent 2014.
Für die Unternehmer wird es immer schwerer, gute Arbeitnehmer zu gewinnen und auch zu halten. Das Geschäft floriert. So erreichte Wal-Marts Umsatz im vierten Quartal den höchsten Wert seit drei Jahren. TJX konnte seine Umsätze im Schlussquartal 2014 um vier Prozent steigern. Das Weihnachtsgeschäft, dass in den USA mit Thanksgiving Ende November beginnt, war so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Und auch die günstigen Gaspreise haben das Geschäft in den vergangenen Monaten positiv beeinflusst.
Nicht alle haben Spendierhosen an
Doch längst nicht alle Retailer planen Lohnerhöhungen. Der drittgrösste Einzelhändler des Landes, Dollar Tree, will keine grossen Veränderungen bei den Startgehältern. Und auch bei Target steckt man die Überschüsse lieber in Investitionen. Das Unternehmen will seine Wettbewerbsfähigkeit im Bereich E-Commerce erhöhen und versucht, dies durch Einsparungen in anderen Bereichen zu bewerkstelligen.
Quelle: Pressetext