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Jeder zweite Schaden geht auf das Konto Krimineller

(Bildquelle: infoticker)

Fast die Hälfte aller Hausratschäden geht auf das Konto von Einbrechern und Dieben. Das zeigt eine Analyse des Internet-Vergleichsdienstes "comparis.ch". Basis dafür sind mehr als 1'500 Prämienvergleiche von Hausratversicherungen seit Anfang Jahr. Die durchschnittliche Schadenshöhe pro Einbruch...

Weit mehr als 50'000 Einbrüche jedes Jahr in der Schweiz: Das bekommen neben den Opfern auch die Hausratversicherer zu spüren. Einbrecher und Diebe verursachen 49 Prozent aller Hausratschäden in der Schweiz, wie aus einer Auswertung von "comparis.ch" hervorgeht (Methode siehe Kasten). Das sind 10 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren.

Deutlicher Anstieg

Aktuell entstehen 3 Prozent der Hausratschäden durch gewaltsame Raubüberfälle, 15 Prozent durch Einbrüche und 31 Prozent durch einfachen Diebstahl. Zu den einfachen Diebstählen zählen die Versicherungen geklaute Gartenmöbel ebenso wie die Schmuckschatulle aus dem Schlafzimmer, sofern der Einbrecher zum Eindringen in die Wohnung keine Tür aufbricht.

Einfache Diebstähle und Einbrüche sind die häufigste Ursache für Hausratschäden in der Schweiz. Sie rangieren noch vor Sach-, Glas- und Mieterschäden, die nicht auf kriminelle Handlungen zurückzuführen sind. Ein Hausratschaden durch Einbruch kostet die Versicherer laut "comparis.ch" im Schnitt rund 8'400 Franken. "Die Kosten umfassen neben dem Wert der gestohlenen Gegenstände ausserdem allfällige Schäden und deren Reparaturen, etwa am Türschloss oder am Fenster", erklärt Sabine Östlund, Mediensprecherin von "comparis.ch".

"Der Anteil der durch Einbrüche verursachten Schäden am Hausrat ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen", sagt Östlund. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen Zahlen mit einer Analyse aus dem Jahr 2013.

Negativer Spitzenreiter: Kanton Freiburg

Eine Auswertung aller seit Anfang 2011 auf "comparis.ch" angegebenen Schäden belegt zudem: Die Quote der Hausratschäden, die bei kriminellen Taten verursacht wird, ist am höchsten in den Kantonen Freiburg (62 Prozent), Waadt (53 Prozent), Basel-Stadt (50 Prozent), Zürich (45 Prozent) und Neuenburg (42 Prozent). Genau im Landesschnitt liegen Bern und Zug mit jeweils 41 Prozent. Unter dem Schnitt liegen die Kantone Genf (36 Prozent), Aargau (30 Prozent), Schaffhausen (28 Prozent), Tessin (26 Prozent) und Glarus (20 Prozent).

Ein Blick in die im März dieses Jahres veröffentlichte Polizeistatistik des Bundes zeigt: Allein 2014 wurden rund 52'000 Einbrüche begangen; aufgeklärt wird inzwischen jede siebte Tat. Hinzu kamen 11'400 Einbrüche durch offene Türen und Fenster. Die Polizeistatistik führt diese gesondert als "Einschleichdiebstahl" auf, während Versicherungen sie als "Einfachen Diebstahl" erfassen.

Methode

Grundlage der Analyse sind alle 1'500 Nutzerinnen und Nutzer des Internet-Vergleichsdienstes "comparis.ch", die im ersten Quartal 2015 bei der Suche nach einer neuen Haftpflicht- und Hausratversicherung Schadensangaben gemacht haben.

Dabei mussten sie Schäden der vergangenen Jahre, deren Ursache und deren Höhe als Grundlage für die Berechnung eines neuen Versicherungsangebots angeben. Darüber hinaus wurden für die kantonalen Quoten alle seit 2011 angegebenen Schäden ausgewertet.