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Kanton Luzern – Aufruf zur Meldung von Asiatischen Hornissen

Primärnest der Asiatischen Hornisse in einer Hecke. (Bildquelle: Nick Meier)

Die Behörden rufen zur Meldung von Nestern der Asiatischen Hornisse auf. Frühzeitiges Erkennen soll die Ausbreitung der invasiven Art eindämmen.

Die Asiatische Hornisse folgt einem sich wiederholenden, jährlichen Lebenszyklus. Im Frühling gründen ihre Königinnen an geschützten Orten kleine Nester, sogenannte «Primärnester». Diese sind oft im Siedlungsgebiet zu finden und werden tischtennis- bis fussballgross. Im Frühsommer zieht das Volk üblicherweise um und baut ein sogenanntes «Sekundärnest». Häufig befindet sich dieses hoch oben in den Bäumen.

Es kann mehrere tausend Individuen umfassen und bis zu 80 Zentimeter gross werden. Je grösser die Kolonie, desto grösser ist der Frassdruck auf andere Insekten und somit auch auf Bienenvölker, die ihre Hauptbeute darstellen. Gegen Herbst entstehen Männchen und neue Königinnen. Nach der Paarung sterben die Männchen und die Jungköniginnen verlassen das Nest, um sich einen geeigneten Ort zum Überwintern zu suchen. Das Nest zerfällt und wird im nächsten Jahr nicht wiederverwendet.

Primärnest der Asiatischen Hornisse an geschützter Stelle (Bildquelle: Julie Manzinalli)

Ziel frühzeitige Bekämpfung der Primärnester

Während im Kanton Luzern im Jahr 2024 erst zwei Nester der Asiatischen Hornisse bestätigt wurden, waren es 2025 bereits 29. Die Erfahrungen in Europa zeigen, dass eine Ausrottung unrealistisch ist. Trotz teilweise aufwändigen und kostspieligen Bekämpfungsprogrammen breitet sich die Asiatische Hornisse weiter aus. Das Ziel besteht daher darin, mittelfristig eine Koexistenz mit der Art zu finden.

Dies bedingt auch Anpassungen in der Imkerei zum Schutz der Bienenstände, wie beispielsweise das Anbringen von Schutzgittern vor dem Ein- und Ausflugloch. Das Programm der kantonalen Neobiota-Koordination priorisiert 2026 die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung für die Suche und das Melden von Primärnestern. Die Bekämpfung von Primärnestern ist aktuell die effektivste und effizienteste Methode, um die Fortpflanzung der Asiatischen Hornisse zu begrenzen.

Primärnester sind aufgrund ihrer kleineren Grösse und Standorte zudem wesentlich einfacher und kostengünstiger zu bekämpfen als Sekundärnester. Jedes bekämpfte kleine Primärnest entwickelt sich später nicht in ein riesiges Sekundärnest, was den Druck auf die Honigbiene und die heimische Insektenfauna reduziert.

Mithilfe der Bevölkerung ist entscheidend

Da sich Primärnester oft im Siedlungsraum befinden, spielt die Mithilfe der Bevölkerung eine zentrale Rolle. Um Primärnester frühzeitig zu entdecken, ist eine regelmässige Sichtkontrolle von typischen Standorten wie Gartenhäuschen, Hecken, Vogelnistkästen, Dachvorsprüngen oder Sonnenstoren aus sicherer Distanz wichtig.

Die Asiatische Hornisse ist für den Menschen nicht gefährlicher als ihre einheimische Verwandte. Nester sollten dennoch nicht sofort entfernt, sondern über die offizielle Meldeplattform gemeldet werden. Dies verhindert auch, dass sie mit Nestern einheimischer Arten verwechselt werden. Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald bedankt sich für die Mithilfe.

So können Sie unterstützen:

Kontrollieren Sie zwischen April und Juli aus sicherer Distanz regelmässig die Umgebung rund um Ihr Haus, insbesondere typische Neststandorte wie Dachvorsprünge, Abstellräume, Sonnenstoren, Vogelnistkästen oder Hecken.

Wenn Sie ein Nest entdecken:*

Quelle der Nachricht: Kanton Luzern