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Lampedusa-Tragödie: Das erzählen Überlebende und Mitarbeiter der Küstenwache

(Bildquelle: infoticker)

Amnesty veröffentlicht exklusive Zeugenaussagen zur jüngsten Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa, die am 8. Und 9. Februar über 300 Tote forderte. Sie belegen die Mitverantwortung der Europäischen Union, die viel zu geringe Kapazitäten bereitstellt, um Flüchtlinge auf dem Meer zu suchen und zu...

Amnesty veröffentlicht exklusive Zeugenaussagen zur jüngsten Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa, die am 8. Und 9. Februar über 300 Tote forderte. Sie belegen die Mitverantwortung der Europäischen Union, die viel zu geringe Kapazitäten bereitstellt, um Flüchtlinge auf dem Meer zu suchen und zu retten. 

Derweil haben über das vergangene Wochenende wiederum Hunderttausende die Flucht über das Mittelmeer versucht. Die italienischen Behörden sowie Handelsschiffe haben zwischen Freitag, dem 13. und Sonntag 15. Februar weitere 2'800 Menschen von mindestens 18 Booten gerettet, über 2'200 davon allein am Sonntag. Weitere Hunderttausende werden es auch in den nächsten Monaten versuchen - der Appell an die europäischen Staaten, ihre Kapazitäten für die Suche und Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer aufzustocken, wird umso dringlicher.

Ein Flüchtling erzählt

Ibrahim, 24 Jahre, ist aus Mali. Nebst einem anderen Mann ist er der einzige Überlebende aus einem der vier letzte Woche gesunkenen Schlauchbote: "Am Sonntag [gegen Abend] begann unser Boot Luft zu verlieren und sich mit Wasser zu füllen. Jede Welle riss zwei bis drei von uns ins Meer. Die Vorderseite des Bootes hob sich, so dass die Leute hinten weggespült wurden. Dann waren wir noch 30 im Boot. Die eine Seite des Bootes ... blieb unter Wasser ...und [wir hielten uns an einem Tau fest da] uns das Wasser bis zum Bauch reichte. [Schliesslich] waren nur noch vier von uns übrig. Wir hielten uns weiter fest, die ganze Nacht. Es regnete. Als die Sonne aufging, rutschten nochmals zwei weg. Im Lauf des Morgens sahen wir einen Helikopter. Im Wasser schwamm ein rotes Hemd; ich schwenkte es, um sie auf uns aufmerksam zu machen. Sie warfen ein kleines aufblasbares Boot ab, aber ich hatte nicht mehr die Energie, es zu erreichen. So blieben wir wo wir waren und hielten uns fest. Eine halbe Stunde später kam ein Frachtschiff. Sie warfen uns eine Leine zu, um uns an Bord zu holen. Es war etwas drei Uhr nachmittags [am Montag, 9. Februar]."