Million Tonnen Gotthard-Gestein im Urnersee versenkt
19.05.2026 | 13:09
Die Seeschüttung Urnersee hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Bereits eine Million Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Bau der zweiten Gotthard-Röhre wurden im See versenkt.
Die Seeschüttung Urnersee ist im Vollbetrieb und hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Seit Beginn der Materiallieferungen aus dem Bau der Zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels wurde bereits die erste Million Tonnen Ausbruchmaterial im Urnersee geschüttet. Hinzu kommen rund 80'000 Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Sisikonertunnel. Aufgrund des Sprengvortriebs in beiden Tunnelbaustellen werden weiterhin Zündschläuche an die Uferbereiche des Urnersees angeschwemmt.
Im Industriehafen Flüelen herrscht derzeit reger Betrieb: Täglich treffen fünf bis sechs Güterzüge mit total bis zu 6’300 Tonnen Ausbruchmaterial aus Göschenen sowie rund 50 Lastwagen mit 1’500 Tonnen von der Axen-Baustelle ein. Das Gesteinsmaterial wird vor Ort umgeschlagen und zu den Schüttstellen auf dem See transportiert. Die erste Million Tonnen aus der Gotthard-Baustelle markiert dabei einen Meilenstein. «Die Abläufe des Schüttbetriebs funktionieren gut und die Materiallieferungen aus beiden Grossbaustellen laufen immer besser», erläutert dazu Roland Senn, Projektleiter Seeschüttung Urnersee bei der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion des Kantons Uri. Die maximale Intensität der gesamten Materialanlieferungen wird voraussichtlich ab September erreicht, sobald der Umschlagplatz Dorni in Sisikon in Betrieb geht.
Neue Schiffe im Einsatz
Für die Transporte auf dem See wurde die Flotte gezielt verstärkt: Die Arnold & Co. AG hat für die Seeschüttung Urnersee zwei neue Klappschiffe beschafft und zusätzlich ein weiteres Schiff eingemietet. Die rund 50 Meter langen Spezialschiffe wurden in den Niederlanden gebaut, in mehreren Teilen nach Flüelen transportiert und dort im Industriehafen zusammengesetzt. Mit einer Ladekapazität von 500 Tonnen pro Fahrt schaffen sie die nötigen Kapazitäten für die Seeschüttungen.
Material aus Sprengvortrieb
Sowohl beim Bau des Sisikonertunnels als auch abschnittsweise bei der Zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels kommt Sprengvortrieb zum Einsatz. Dabei fallen Rückstände in Form von Zündschläuchen an, die in grösseren und kleineren Stücken im Ausbruchmaterial enthalten sind. «Weil die Zündschläuche leichter als Wasser sind, schwimmen sie auf und werden durch Wind und Wellengang an die südlichen Ufer des Urnersees verfrachtet» erklärt Roland Senn. «Zündschläuche lassen sich im Ausbruchmaterial aus dem Sprengvortrieb nicht vollständig aussortieren. Sie sind auffällig und stellen ein Ärgernis dar, beeinträchtigen aber weder die Wasserqualität noch die Gesundheit».
Regelmässige Uferreinigungen
Die Seeschüttung Urnersee setzt die Aufräumarbeiten in den betroffenen Uferbereichen fort. Seit Anfang 2025 ist eine Reinigungsgruppe im Einsatz, welche die begehbaren Uferbereiche regelmässig kontrolliert und angeschwemmte Zündschläuche fachgerecht entsorgt. Bei Bedarf werden auch weitere nicht begehbare Uferabschnitte gezielt gesäubert. Zudem werden die Ufer des Naturschutzgebiets und der Naturschutzinseln von der Reussdeltakommission im Monatsrhythmus gereinigt.
Auf dem See werden auftreibende Zündschläuche im Bereich der Pontonanlage, des Schutzdammes und entlang der mobilen Sperren laufend eingesammelt. Ergänzend laufen in Zusammenarbeit mit den Materiallieferanten weiterhin Optimierungen an der Quelle, um den Umfang der Zündschläuche im gesprengten Ausbruchmaterial so weit wie möglich zu reduzieren.
Quelle der Nachricht: Seeschüttung Urnersee