Nach fast 100 Jahren – Fischotter wieder im Kanton Solothurn
16.01.2026 | 14:29
Auf dem Gemeindegebiet von Selzach ist erstmals seit über 90 Jahren wieder ein Fischotter nachgewiesen worden. Die Spur wurde im Rahmen eines Monitorings an der Aare entdeckt.
Auf dem Gemeindegebiet von Selzach ist vor kurzem die Präsenz eines Fischotters nachgewiesen worden. Der letzte Nachweis eines Fischotters im Kanton Solothurn reicht lange Zeit zurück und stammt aus dem Jahre 1935.
Am vergangenen Sonntag ist am Ufer der Aare in der Gemeinde Selzach eine eindeutige Fischotterspur im Schnee registriert worden. Der Nachweis erfolgte im Rahmen eines speziellen Monitorings für Fischotter.
Begegnungen mit dem Fischotter in der Schweizer Wildnis sind selten. Denn die Art galt hierzulande ab 1989 als ausgestorben. Eine Kombination aus direkter Verfolgung, Lebensraumveränderung und Umweltgiften setzte dem Fischotter zu. Auch in den umliegenden Ländern verschwand die Art weitgehend.
Erfreulicherweise nehmen die Otterbestände in weiten Teilen Europas wieder zu. Auch hierzulande werden immer wieder Tiere nachgewiesen. Unterdessen gilt der Fischotter nicht mehr als «ausgestorben», sondern wird auf der Roten Liste als «stark gefährdet» aufgeführt. Der Fischotter ist somit eine geschützte Wildtierart.
Im Kanton Bern lebt eine Kleinstpopulation von Fischottern an der Aare zwischen Thun und Bern. Seit 2015 wurde wiederholt Nachwuchs nachgewiesen. Um die daher zu erwartenden Abwanderungen und die Neubesiedlung von Gebieten zu dokumentieren, wurde das Monitoring-Projekt «Otterspotter» initiiert. Im Rahmen dieses Monitorings wurde die Fussspur an der Selzacher Aare entdeckt und gemeldet.
Der Wassermarder, wie man den Fischotter landläufig auch nennt, gehört gemäss zoologischer Systematik zur Familie der Marder. Als typischer Marderartige besitzt er einen langgestreckten Körper mit kurzen Beinen. Sein Schwanz ist im Gegensatz zum im Mittelland verbreitenden Biber behaart und spitz zulaufend. Der Fischotter ernährt sich hauptsächlich von Fischen. Wo der Lebensraum stimmt und genügend Nahrung vorhanden ist, können sich Fischotter still und heimlich ansiedeln.
Quelle der Nachricht: Staatskanzlei Solothurn