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Nach Unfall in Daillens: SBB setzt sich für sichere Gefahrguttransporte ein

(Bildquelle: infoticker)

Die SBB hat nach Unfall in Daillens vom 25. April (polizeiticker.ch berichtete) Untersuchungen eingeleitet. Erste Erkenntnisse der Unfalluntersuchungsstelle SUST weisen auf Güterwagen als wahrscheinliche Ursache hin. Die SBB prüft als Massnahmen verschärfte Zulassungsbedingungen für...

Erste Erkenntnisse der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle SUST zur Entgleisung des Güterzugs in Daillens vom vergangenen Samstag weisen auf Güterwagen als wahrscheinliche Unfallursache hin. Der genaue Unfallhergang wird von der Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt und der unabhängigen Unfalluntersuchungsstelle des Bundes abgeklärt. SBB intern sind ebenfalls umfangreiche Untersuchungen angelaufen. Bei Zug 60700, der von Basel nach Lausanne unterwegs war, handelte es sich um einen Güterzug mit 22 Wagen verschiedener Halter, gezogen von zwei SBB Cargo Lokomotiven. Halter der sechs verunglückten Wagen und damit verantwortlich für deren Instandhaltung sind Drittfirmen.

SBB prüft Massnahmen - spezieller Fokus auf Chlor-Transporte

SBB Cargo prüft zurzeit, ob für den Transport von Gefahrgut die Anforderungen an die eingesetzten Güterwagen erhöht werden sollen. Dies betrifft primär Wagen von Drittfirmen. Zudem wird geprüft, ob gezielte Geschwindigkeitsreduktionen, wie sie für Chlortransporte geplant sind , auch für weitere Gefahrguttransporte eingeführt werden sollen.

Bereits 2014 hatte die SBB Massnahmen beschlossen, um die Risiken von Chlortransporten im Raum Genf und Lausanne zu minimieren, u.a. gezielte Geschwindigkeitsreduktionen. Die Massnahmen müssen sorgfältig vorbereitet werden und werden auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2015 umgesetzt.

Betreffend Chlortransporte wurde im vergangenen Jahr zudem auf Initiative der SBB eine Gruppe unter Führung des BAFU zusammen mit BAV, SBB, chemischer Industrie, Wagenhaltern und Kantonen einberufen. Ziel der SBB ist es, Transporte mit Chlor dank Produktion vor Ort möglichst zu vermeiden.

Gefahrguttransporte: Verantwortung für Wirtschaft und Umwelt

Gefahrgüter wie Chlor oder Schwefeldioxid dürfen in der Schweiz in grösseren Mengen nur per Bahn transportiert werden. Die SBB ist sich ihrer Verantwortung für die Schweizer Wirtschaft und Umwelt bewusst und engagiert sich stark, um die Risiken beim Transport von Gefahrgut auf ein Minimum zu reduzieren. Das Sicherheitsniveau der Bahnen - und damit auch der Gefahrguttransporte - ist in den der vergangenen Jahre laufend gestiegen. Im Jahr 2002 hatten UVEK, die Chemische Industrie und die SBB In einer "gemeinsamen Erklärung" beschlossen, die Sicherheit von Gefahrguttransporten zu erhöhen, etwa durch Reduktion von Chlortransporten oder verbesserte Kesselwagen, letzteres lange vor einem europäischen Obligatorium.