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Neue Coronavirus-Studie - Die Ostschweiz beteiligt sich bei gross angelegter Langzeitstudie

Die Studie findet unter dem Dach des Nationalen Forschungsprogramms „Corona Immunitas“ statt (Symbolbild) (Bildquelle: EU)

Mit dem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen im Herbst hat sich das Thema Coronavirus erneut mit Macht in den Alltag der Menschen gedrängt. Am Kantonsspital St. Gallen startet in Kürze eine neue SARS-CoV-2-Studie. Dabei wird untersucht, wie die Ausbreitung des Coronavirus in der Allgemeinbevölkerung der Ostschweiz ist und wie viele Personen bereits Antikörper aufweisen.

Die Studie findet unter dem Dach des Nationalen Forschungsprogramms „Corona Immunitas“ statt. Das durch die Swiss School of Public Health (SSPH+) initiierte Forschungsvorhaben hat das Ziel, die SARS-CoV-2 Immunität in der Schweizer Bevölkerung zu bestimmen. Mittlerweile umfasst das Programm schon 40 Studien verteilt über die gesamte Schweiz.

Die jetzt anlaufende Corona Immunitas Ost-Studie hat gegenüber den anderen Studien die Besonderheit, dass auch Antikörper-Häufigkeiten bei Personen untersucht werden, die im gleichen Haushalt leben. Es ist gut nachvollziehbar, dass Personen das grösste Risiko für eine Infektion haben, wenn sie im gleichen Haushalt mit einer an COVID-19 erkrankten Person leben.

Die Studie konzentriert sich auf zwei Altersgruppen der Bevölkerung: Kinder und Jugendliche im Alter von 5-19 Jahren, sowie Erwachsene im Alter zwischen 20-64 Jahren. Die Teilnehmer für die Studie werden in einem ersten Schritt im Kanton St.Gallen und später auch im Kanton Graubünden rekrutiert. Um möglichst repräsentative Ergebnisse für beide Kantone zu bekommen, werden ca. 3000 zufällig ausgewählte Personen angeschrieben und eingeladen sich zu beteiligen. Die Adressen hierfür wurden vom Bundesamt für Statistik zur Verfügung gestellt.

Die Teilnahme an der Studie umfasst das Ausfüllen eines OnlineFragebogens, eine Blutentnahme für einen Antikörper-Test und eine Verlaufsuntersuchung in Form von digitalen Fragebögen, die den Teilnehmern im Anschluss regelmässig zugestellt werden. Die Vorbereitungen durch das Studienteam der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene des KSSG sind weitestgehend abgeschlossen.

Projektleiter Dr. med. Christian Kahlert hofft auf eine rege Beteiligung in der Bevölkerung: „Bisher wissen wir noch wenig über die Häufigkeit von Antikörpern gegen das Virus in der Allgemeinbevölkerung der Ostschweiz. Antikörper sind zentral für den Schutz vor einer erneuten Infektion. Unsere Studie startet in einer herausfordernden Phase der Pandemie. Umso wichtiger ist es, wenn wir möglichst viele der angeschriebenen Personen für die Studie begeistern können. Die Teilnehmer können so aktiv zum besseren Verständnis und der Bekämpfung des Coronavirus beitragen.“