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Prämienschock drei Tage vor der Abstimmung

(Bildquelle: infoticker)

Gesundheitsminister Alain Berset schockte die Versicherten heute mit der Bekanntgabe der Krankenkassenprämien 2015. Das meint "oeffentliche-krankenkasse.ch" dazu: Der Ärger ist gross, es wird schon wieder teurer: 4 Prozent mehr Prämien bedeutet für eine Familie rund 500 Franken weniger im...

Gesundheitsminister Alain Berset schockte die Versicherten heute mit der Bekanntgabe der Krankenkassenprämien 2015. Das meint "oeffentliche-krankenkasse.ch" dazu:

Der Ärger ist gross, es wird schon wieder teurer: 4 Prozent mehr Prämien bedeutet für eine Familie rund 500 Franken weniger im Portemonnaie. "Die Kassen bekommen den Prämienanstieg einfach nicht in den Griff", sagt Nationalrätin Jacqueline Fehr. "Das System versagt Jahr für Jahr, es reicht. Stoppen wir die Prämienexplosion und stimmen wir am Sonntag JA für die öffentliche Krankenkasse".

Inakzeptabel

Der herrschende Pseudo-Wettbewerb halte die Prämien tief, predigen die Krankenkassen und ihre Gehilfen im Parlament seit fast zwei Jahrzehnten. Nur: Warum merken wir Versicherten dann nichts davon? Um über 130 Prozent - weit mehr als eine Verdoppelung - sind die Prämien seit Einführung des KVG 1996 gestiegen. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt heute oft über 10'000 Franken Prämien pro Jahr, das ist inakzeptabel. Für Familien mit tiefen Einkommen sind die Krankenkassen-Prämien heute der drittgrösste Posten im Haushaltbudget, direkt nach den Kosten für Wohnen und Essen.

Die Bilanz nach zwei Jahrzehnten Pseudo-Wettbewerb ist in Sachen Prämien also ganz mies. Und wie ist es in anderen Bereichen? Leider erfüllt das System seine Versprechungen auch dort nicht. Noch immer werden junge und gesunde Versicherte gejagt; noch immer bieten die Kassen keine guten Angebote für chronisch kranke Menschen; noch immer nerven uns die Kassen und ihre Makler mit aggressiver Telefonwerbung.

Das Krankenversicherungs-System ist marode und verbraucht. Zu viele Kassen bereichern sich mit unseren Prämien, kein Wunder steigen die Prämien Jahr für Jahr. Wer die Kosten in den Griff bekommen und die Prämienexplosion stoppen will, stimmt deshalb am Sonntag JA zur öffentlichen Krankenkasse.