Infoticker

Schweiz mobilisiert 4000 Soldaten für G7-Gipfel

Rund 4000 Armeeangehörige im Einsatz (Bildquelle: Adobe Stock – roibu)

Für den G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains vom 15. bis 17. Juni 2026 verstärkt die Schweiz ihre Sicherheitsmassnahmen. Rund 4000 Armeeangehörige unterstützen die Kantone Genf, Waadt und Wallis, zudem werden die Grenzkontrollen zu Frankreich vorübergehend verschärft.

An der von den Genfer Behörden organisierten Medienkonferenz vom Donnerstag, 11. Juni 2026, erklärte Botschafter Alain Gaschen, der Delegierte des Bundesrates den G7‑Gipfel, dass die Schweiz und Frankreich dasselbe Ziel haben: die sichere und erfolgreiche Durchführung des Gipfels. Er betonte die Bedeutung dieser Dialogplattform in einer von zunehmenden Spannungen und Konflikten geprägten Welt. Das Engagement der Schweiz unterstreicht auch die Rolle Genfs als offene und zugängliche multilaterale Plattform für den Dialog.

Rund 4000 Armeeangehörige im Einsatz

Auf Beschluss von Bundesrat und Parlament unterstützt die Armee die Kantone Genf, Waadt und Wallis mit rund 4000 Soldatinnen und Soldaten im Assistenzdienst. Ziel dieses subsidiären Einsatzes ist es, die zivilen Sicherheitsorgane zu entlasten und den Kantonsbehörden zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, insbesondere in den Bereichen Schutz sensibler Infrastrukturen, Überwachung, Aufklärung und Logistik. Die Armee leistet zudem spezialisierte Unterstützung, etwa in den Bereichen Wahrung der Lufthoheit, Lufttransport, Cybersicherheit, ABC-Schutz sowie auf dem Genfersee. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung liegt weiterhin in der alleinigen Zuständigkeit der Polizeikorps.

Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen

Der Bundesrat stimmte Anfang Mai der vorübergehenden Wiedereinführung von Grenzkontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums zu Frankreich zu. Diese Massnahme erlaubt es, die Kontrollen je nach Lageentwicklung und Risiken zu verstärken. Die Genfer Polizei hat die Schliessung zahlreicher Grenzübergänge beantragt. Unabhängig von der Wiedereinführung der Binnengrenzkontrollen werden Fachleute der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex das BAZG bei den Kontrollen an den Schengen-Aussengrenzen am Flughafen Genf unterstützen. Dadurch werden zusätzliche Ressourcen für die Kontrollen an den Landesgrenzen frei.

Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen

Botschafter Gaschen unterstrich die enge Zusammenarbeit zwischen den Kantonsbehörden und den betroffenen Bundesstellen, darunter das EDA, das Bundesamt für Polizei, das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik, die Schweizer Armee, das Bundesamt für Cybersicherheit, der Nachrichtendienst des Bundes und das BAZG. Er erinnerte daran, dass der Bund 80 Prozent der Sicherheitskosten der Kantone Genf, Waadt und Wallis übernimmt.

Empfang der Delegationen in Genf

Der diesjährige G7-Gipfel, der von Frankreich organisiert wird, findet vom 15. bis 17. Juni 2026 in Évian-les-Bains in der Haute-Savoie statt. Bundespräsident Guy Parmelin wird die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der Mitgliedstaaten und der eingeladenen Länder in Genf empfangen. Die Schweiz ist nicht offiziell zum Gipfel eingeladen. Bundespräsident Guy Parmelin dürfte jedoch an einigen Anlässen im Rahmen des Gipfels teilnehmen können.

Quelle der Nachricht: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten