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Senkung der Sozialhilfequote Biel - erste Bilanz

(Bildquelle: infoticker)

Die vom Kanton Bern und der Stadt Biel eingeleiteten Massnahmen zur Senkung der hohen Bieler Sozialhilfequote sind planmässig angelaufen. Nach dem gegenwärtigen Stand der Umsetzung kann davon ausgegangen werden, dass eine Wirkung erzielt und die Sozialhilfequote mittelfristig gesenkt werden kann....

Die Sozialhilfequote von Biel und einem Teil der umliegenden Gemeinden ist im kantonalen Vergleich seit Jahren überdurchschnittlich hoch. Die Ursachen dafür haben die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern und die Stadt Biel 2013 in einer Studie untersuchen lassen. Anfang 2014 wurden Massnahmen eingeleitet, die mittel- bis langfristig zu einer Senkung der Sozialhilfequote im Raum Biel führen sollen.

Massnahmen: Stand der Umsetzung

Die Umsetzung der beschlossenen Massnahmen ist im Januar 2014 planmässig angelaufen. Die Stadt Biel und der Kanton Bern haben in ihren Kompetenzbereichen in den relevanten Handlungsfeldern zahlreiche Anstrengungen unternommen. Es wurden 16 Massnahmen in fünf Handlungsfeldern aus den Bereichen Bildung, Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie Integration eingeleitet. Unterdessen sind bereits verschiedene Massnahmen erfolgreich umgesetzt, wie zum Beispiel die Umstellung des Zahlungsregimes für die Mietzinse, der "prix engagement" für Liegenschaftssanierungen, der Angebotsausbau von KITA-Plätzen und andere.

Die anlässlich der Studie erstellte Lageanalyse hat sich im Verlauf der Umsetzungsarbeiten bestätigt. Die Herausforderung, rasch Wirkung zu erzielen, ist auf Grund der Komplexität der Problemstellung und der zahlreichen und von äusseren Umständen beeinflussten Faktoren anspruchsvoll. Der Kanton Bern und die Stadt Biel gehen dennoch davon aus, dass mittelfristig die Sozialhilfequote sinken wird. Dies umso mehr als die Stadt Biel ihrerseits zusätzliche Massnahmen getroffen hat, die ebenfalls zu einer positiven Beeinflussung der Sozialhilfequote beitragen können.

Es darf aber gleichwohl nicht ausser Acht gelassen werden, dass im Raum Biel aufgrund der vielen Risikofaktoren hinsichtlich soziodemografischer und struktureller Merkmale auch in Zukunft mit einer deutlich überdurchschnittlichen Sozialhilfequote gerechnet werden muss. Schwierige Ausgangslage

Studie als Hilfe

Die vom Kanton Bern und der Stadt Biel in Auftrag gegebene Studie zeigte, dass im Raum Biel zahlreiche Risikofaktoren zusammentreffen, welche die Anzahl der Sozialhilfebedürftigen massgeblich beeinflussen. So bringt die Nähe zum französischsprachigen Raum mit sich, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung relativ hoch ist. Darunter befinden sich viele Menschen aus afrikanischen Ländern.

Gerade diese Bevölkerungsgruppe hat jedoch einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt. Dementsprechend ist auch die Arbeitslosenquote in Biel in Verbindung mit der konjunkturabhängigen, industriellen Ausrichtung der Wirtschaft höher als im kantonalen Durchschnitt. Als weiterer verstärkender Faktor zeigte sich der Mietwohnungsmarkt, der durch eine überdurchschnittliche Zahl an relativ alten und verfügbaren Wohnungen geprägt ist. Diese sind für sozialhilfebedürftige Bewohner entsprechend attraktiv.