Solothurn erlässt Fischerei- und Betretungsverbot
13.07.2026 | 11:10
Wegen anhaltender Trockenheit und hoher Wassertemperaturen gilt im Kanton Solothurn ab sofort ein Fischerei- und Betretungsverbot für nahezu alle Fliessgewässer. Mit der Massnahme sollen Fische und andere Wasserlebewesen geschützt werden.
Für sämtliche Fliessgewässer im Kanton Solothurn – mit Ausnahme der Aare, Birs und Emme – gilt ab sofort ein Fischerei- und Betretungsverbot. Das Baden und das Fischen sind somit untersagt. Die Massnahme soll helfen, Fische und andere Wasserlebewesen zu schützen. Das Verbot gilt bis auf Widerruf.
Hintergrund: Wegen der andauernden Trockenheit und der Hitzewelle erwärmen sich die Gewässer. Gleichzeitig sinken ihre Wasserstände. In den kleineren und mittleren Fliessgewässern im Kanton Solothurn hat dies zu einer kritischen Erwärmung und aussergewöhnlich tiefen Wasserständen geführt. Diese Verschlechterung der Lebensbedingungen belastet Wassertiere, insbesondere die Fische, stark. Viele Wassertiere kämpfen jetzt ums Überleben. Deshalb sind zusätzliche Störungen zu vermeiden: Das Volkswirtschaftsdepartement erlässt deshalb mit sofortiger Wirkung ein Fischerei- und Betretungsverbot für die Fliessgewässer im Kanton, mit Ausnahme der Aare, Emme und Birs. Das Verbot gilt bis auf Widerruf.
Bereits Wassertemperaturen über 20 Grad Celsius können kritisch sein
Kälteliebende Fischarten wie die Forellen und Äschen reagieren besonders empfindlich auf hohe Wassertemperaturen. Bereits Temperaturen über 20 Grad Celsius können für diese bedrohten Arten kritisch und lebensgefährlich werden. Gleichzeitig konzentrieren sich viele Fische in den wenigen verbliebenen tieferen und kühleren Gewässerbereichen. Diese dienen ihnen als Rückzugsräume.
Die Entwicklung der Situation wird laufend überwacht. Es werden zwar punktuelle Gewitter erwartet, die aktuellen Wetterprognosen lassen aber weder eine nennenswerte Abkühlung noch kantonsweite ergiebige Niederschläge erwarten. Erst wenn sich die Situation zum Wasserstand und zur Wassertemperatur nachhaltig verbessert hat, können die Massnahmen aufgehoben werden. Kontrolliert wird das Verbot von der staatlichen Fischereiaufsicht.
Auch in der Emme, Birs und den Restwasserstrecken der Aare ist besondere Rücksicht auf die Wasserlebewesen zu nehmen: Vor allem tiefe Stellen und andere kühle Rückzugsbereiche sollten weder von Menschen noch von Haustieren betreten werden. Dadurch können die Fische die ausserordentliche Belastung besser überstehen.
Falls der Wasserstand diverser Solothurner Gewässer unter den jeweiligen Minimalstand sinken sollte, könnten weitere Einschränkungen bei der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Nutzungen getroffen werden.
Quelle der Nachricht: Kanton Solothurn