Teilsieg für Genfer Streikende
11.03.2015 | 14:39
Nach zwei Tagen Streik hat die Belegschaft der Firma Mecalp Tecnology in Meyrin (GE) einen ersten wichtigen Erfolg erzielt: Das Unternehmen hat die geplanten drastischen Lohnkürzungen von 10 Prozent und die fristlosen Kündigungen zurückgezogen. Keine Einigung konnte bisher bei der...
Nach zwei Tagen Streik hat die Belegschaft der Firma Mecalp Tecnology in Meyrin (GE) einen ersten wichtigen Erfolg erzielt: Das Unternehmen hat die geplanten drastischen Lohnkürzungen von 10 Prozent und die fristlosen Kündigungen zurückgezogen. Keine Einigung konnte bisher bei der Arbeitszeitverlängerung erreicht werden. Die Belegschaft ist deshalb ans kantonale Einigungsamt gelangt.
Ursprünglich hatte die Belegschaft für gestern Mittag einen einstündigen Warnstreik geplant, doch schliesslich streikten die Angestellten der Automobilzubehör-Firma Mecalp Technology SA in Meyrin (GE) anderthalb Tage lang. Sie protestierten damit gegen die Ankündigung der Firma, unter dem Vorwand der Frankenstärke die Löhne generell um 10 Prozent zu kürzen und die Arbeitszeit zu verlängern. Als die Firma am Dienstagmorgen drei Arbeitern fristlos kündigte, weil sie sich weigerten, eine entsprechende Vertragsänderung zu unterzeichnen, war das Fass voll: Die Beschäftigten der Frühschicht traten geschlossen in den Streik. Auch die Mehrheit der Nachmittagsschicht schloss sich ihnen an.
Lohnsenkungen und fristlose Kündigungen zurückgezogen
Nach Verhandlungen mit den Streikenden und der Gewerkschaft Unia lenkte die Betriebsleitung gestern ein und zog die Lohnsenkungen und die fristlosen Kündigungen zurück. In einem Einigungsprotokoll erklärte sie sich zudem bereit, auch auf die Arbeitszeitverlängerung zu verzichten und stattdessen gemeinsam bei den Behörden zu intervenieren. Während die Streikenden die Einigung einstimmig akzeptierten, verweigerte der Verwaltungsratspräsident der französischen Bontaz-Centre-Gruppe, zu der Mecalp Technology gehört, die Ratifizierung des Einigungsprotokolls.
Die Frühschicht von heute Morgen beschloss deshalb, den Streik weiterzuführen. Auch ein Teil der Nachmittagsschicht schloss sich wieder an. Die Belegschaft hat jetzt beschlossen, an das kantonale Einigungsamt zu gelangen, um die Firma zu Verhandlungen auf Basis des Einigungsprotokolls zu zwingen.