Trotz Wachstum Stellenabbau Siemens
15.06.2015 | 14:51
An der heutigen Sozialpartnerinformation kündigten die Siemens-Verantwortlichen einen Stellenabbau für 2016 an. Einmal mehr gibt die fehlende Rendite den Ausschlag. Obwohl im laufenden Geschäftsjahr der Auftragseingang bereits um acht Prozent und der Umsatz um sechs Prozent gestiegen ist, meinen...
Seit dem 1. April 2015 müssen die Mitarbeitenden der Siemens-Division Building Technologies (BT) unentgeltlich fünf Stunden mehr pro Woche arbeiten. Der wenig überraschende Grund: die Frankenstärke! Heute, nicht einmal drei Monate später, nun der nächste Tiefschlag. Am Standort Zug sollen bis Ende 2016 150 Stellen abgebaut werden. Neben den 40 Temporärstellen, den 30 Frühpensionierungen und den durch die natürliche Fluktuation zu erwartenden 20 wegfallenden Stellen werden 60 Mitarbeitende die Kündigung erhalten.
Syna ist enttäuscht, dass die derzeitigen Euro-Turbulenzen erneut zum Anlass genommen werden, um Stellen abzubauen. Wie sicher lässt sich zum heutigen Zeitpunkt voraussagen, ob sich 2016 der Franken noch immer so stark präsentieren wird, wie er es derzeit tut? Doch die Stellen werden dem Werkplatz Schweiz dann bereits verlorengegangen sein und Siemens wird aus Kostengründen und zur Gewinnoptimierung die Stellen nach Rumänien und China ausgelagert haben.
Fachkräfte fördern
Am meisten gefährdet sind einmal mehr wenig qualifizierte und ältere Arbeitnehmende. Der bestehende Sozialplan nimmt zwar auf die älteren Arbeitnehmenden Rücksicht, doch zeigt sich in der Realität mit aller Härte, dass diese Gruppe von Arbeitnehmenden im Arbeitsmarkt gnadenlos benachteiligt ist. Dies, obwohl der Arbeitgeberverband der Schweizerischen Maschinen- und Elektroindustrie (Swissmem) zu Recht nicht müde wird zu betonen, dass in ihrer Branche ein akuter Fachkräftemangel herrscht. Syna fordert, dass von den Swissmem-Mitgliedern alles unternommen wird, um den Betroffenen einen Verbleib im Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Die Nationalbank ist zudem gefordert, ihre passive Haltung aufzugeben und sich wieder aktiv in die Stabilisierung des Werkplatzes Schweiz einzubringen. Denn nicht nur der Euro ist bei exportorientierten Firmen wie Siemens wichtig. Auch andere Fremdwährungen haben ihren festen Platz im Handelsgeschäft. So empfiehlt es sich dringend, auch aktiv über die Einführung eines Währungskorbes zu diskutieren, da sich diese Massnahme in anderen Ländern bereits bestens bewährt hat.
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