Unia lanciert eine neue Dienstleistung
15.10.2015 | 11:11
Die Erfassung der Arbeitszeit ist wichtig, um Arbeitnehmende vor überlangen Arbeits-tagen, Stress und Burnout zu schützen. Die Unia bedauert deshalb, dass der Bundesrat die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung aufweichen will. Um Missbräuche zu verhindern und Betroffene sowie Personalkommissionen zu...
Gemäss der Vernehmlassungsvorlage will der Bundesrat die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung und damit den Arbeitnehmerschutz für bestimmte Gruppen aufweichen. Die Aufhebung der Erfassungspflicht wird dabei an klare Bedingungen geknüpft: ein Jahressalär von mindestens 120'000 Franken, die Zeitautonomie der Betroffenen und der Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrags, der auch spezielle Gesundheitsmassnahmen enthalten muss.
Neue Hotline gegen Missbräuche
Um Arbeitnehmende und Personalkommissionen bei Fragen rund um die Arbeitszeit und deren Erfassung zu unterstützen und Missbräuche zu verhindern, lanciert die Unia die neue Dienstleistung "Service Arbeitszeit". Über die Telefon-Hotline 0848 240 240 oder die Website www.service-arbeitszeit.ch können sich Arbeitnehmende gratis bzw. zum Ortstarif informieren.
Die Hotline wird von einem speziell ausgebildeten Team betrieben und ist montags bis donnerstags von 10 bis 13 Uhr und dienstags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr erreichbar. Start ist am 19. Oktober. Die Gewerkschaft Unia versteht die Hotline als Beitrag, die Gesundheit und Zeitsouveränität der Arbeitnehmenden trotz aufgeweichter Erfassungspflicht zu schützen.
Zeiterfassung ist Gesundheitsschutz
Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Arbeitnehmende mehr und länger als vertraglich vereinbart arbeiten, wenn das "Stempeln" wegfällt und eine sogenannte "Vertrauensarbeitszeit" gilt. Das geht auf Kosten der Gesundheit der Angestellten - und ihres Portemonnaies (fehlende Zuschläge).
Nur mit der Zeiterfassung ist eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit möglich und die Einhaltung der Höchstarbeitszeiten kontrollierbar. Sie ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Arbeitenden zentral. Die Unia wird sich deshalb auch in Zukunft auf politischer Ebene gegen alle Versuche wehren, die Erfassungspflicht weiter aufzuweichen.