Universität St.Gallen - 75 neue Doktorinnen und Doktoren
16.02.2015 | 17:15
Am 16. Februar 2015 hat die Universität St.Gallen (HSG) 75 Doktorate verliehen – 46 wirtschaftswissenschaftliche, zwölf sozialwissenschaftliche, sechs staatswissenschaftliche, fünf rechtswissenschaftliche sowie fünf Doctor of Philosophy in Economics and Finance. Rektor Thomas Bieger sprach in...
Am 16. Februar 2015 hat die Universität St.Gallen (HSG) 75 Doktorate verliehen – 46 wirtschaftswissenschaftliche, zwölf sozialwissenschaftliche, sechs staatswissenschaftliche, fünf rechtswissenschaftliche sowie fünf Doctor of Philosophy in Economics and Finance. Rektor Thomas Bieger sprach in seiner Rede über die Wirkung von Wissen: "From Insight to Impact?"
Thomas Bieger hat die Doktorinnen und Doktoren in seiner Rede daran erinnert, dass das Doktorat eine besondere Ausbildungsstufe ist. Es vereint Ausbildung mit eigener Forschung. "Gute Forschung kann nie Selbstzweck sein", sagte er. Er verglich dies mit gutem Design. Dieses verbinde auch Ästhetik mit Funktion. Genauso bräuchten Forschungs-Erkenntnisse einen Empfänger und damit einen Zweck. Entweder sei die Forschung der "Impact", also die Erkenntnis für weitere Forschung, oder sie wirke direkt auf die Praxis.
"From Insight to Impact"
Im vergangenen Jahr hat die Universität St.Gallen aufgrund von Erkenntnissen der Markenforschung einen Markenkern entwickelt. Dieser Markenkern spiegelt sich im Claim: "From Insight to Impact". Bieger stellte fest, dass der HSG-Claim wie kaum ein anderer zu der Lebensphase der Doktorinnen und Doktorinnen passt. Denn nach einer langen Lern- und Forschungsphase wollen sie etwas bewirken, von der Erkenntnis (Insight) zur Wirkung (Impact) gelangen. Dazu gab Bieger vier Überlegungen mit auf den Weg.
Erstens, es entstünde keine Wirkung ohne ausreichende Erkenntnisse. Professionelles Arbeiten erfordere die Anwendung aktueller Methoden und Nutzung von neusten Erkenntnissen. Der Anspruch, zeitgemässe Methoden anzuwenden, wachse stetig. Dies solle die Doktorinnen und Doktoren motivieren, Handlungen und Empfehlungen möglichst auf dem aktuellsten Stand der Forschung aufzubauen.
"From Impact to Insight"
Als zweiten Punkt nannte Bieger, dass man Erkenntnisse auf die Wirkung ausrichten solle. Denn das Interesse der Praxis sei auf Entscheidungshilfen ausgerichtet. Aber die Forschung solle nicht nur auf Entscheidungs-Dilemmas ausgerichtet sein, sondern die Resultate sollen auch entscheidungsrelevant aufbereitet werden. Es gäbe immer Situationen, in denen Führungskräfte ohne oder mit unvollständigen Informationen handeln müssten. So komme es auch vor, dass eine Wirkung entstehe, auch wenn zu wenige Erkenntnisse zur Verfügung stünden.
Auch das Gegenteil von "From Insight to Impact" könne vorkommen: Von der Wirkung zur Erkenntnis. Bieger wies bei seinem letzten Punkt darauf hin: "Wenn schon im Blindflug entschieden werden muss, dann muss aus den Erfahrungen gelernt werden."
Erfolg und Verantwortung: zwei Seiten einer Medaille
Alumna Barbara Rigassi, Geschäftsführende Partnerin und Verwaltungsrätin BHP - Brugger und Partner AG in Zürich, ermunterte in ihrer Ansprache die Doktorinnen und Doktoren, das Wissen, welches Sie sich nun erworben haben nicht nur umzusetzen. Vielmehr rief sie dazu auf, die Fähigkeit und den Mut zu entwickeln, Wissen und Fakten im jeweiligen Kontext zu interpretieren. Eigenständigkeit und Unabhängigkeit im Denken seien wichtig, um Lösungen für anstehende Herausforderungen zu finden. Sie appelliert auch an die Doktorinnen und Doktoren, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Denn für Barbara Rigassi gilt: "Erfolg und Verantwortung sind zwei Seiten einer Medaille."
Die Feier wurde vom Jazztrio Claude Diallo Situation musikalisch umrahmt.