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Versicherte büssen für Misswirtschaft der Krankenkassen

(Bildquelle: infoticker)

Über Jahre hinweg bezahlten Millionen Versicherte zu hohe Prämien, weil die Krankenkassen die Reserven manipuliert haben. Nun wird der Schwarze Peter einfach an die übrigen Versicherten weitergereicht. Sie müssen in den nächsten Jahren den von den Kassen verschuldeten Fehlbetrag mit ausgleichen....

Über Jahre hinweg bezahlten Millionen Versicherte zu hohe Prämien, weil die Krankenkassen die Reserven manipuliert haben. Nun wird der Schwarze Peter einfach an die übrigen Versicherten weitergereicht. Sie müssen in den nächsten Jahren den von den Kassen verschuldeten Fehlbetrag mit ausgleichen. "Die Prämienzahlenden sind nicht schuld, wenn die Kassen ihre Reserven manipulieren und falsche Prämien berechnen", ärgert sich die Tessiner Nationalrätin Marina Carobbio. "Es reicht: Wer von den Skandalen der Kassen genug hat, stimmt am 28. September Ja zur öffentlichen Krankenkasse."

"Ein krasseres Beispiel, wie das heutige System versagt und die Kassen die Anliegen der Versicherten ignorieren, lässt sich kaum finden", sagt Marina Carobbio. Die Versicherten in nicht weniger als 13 Kantonen (BE, LU, UR, OW, NW, GL, SO, BL, SH, AR, SG, VS und JU) müssen für das Versagen der Krankenkassen aufkommen. Obwohl sie keinerlei Schuld an den falsch berechneten Prämien trifft, müssen sie in den nächsten Jahren höhere Prämien bezahlen, 2015 über 60 Franken pro Person.

Eines steht fest

Doch auch die Versicherten in jenen 9 Kantonen (ZH, ZG, FR, AI, GR, TG, TI, VD und GE), die über Jahre hinweg total fast 2 Milliarden zu viel an Prämien bezahlt haben, müssen sich verschaukelt vorkommen. Sie erhalten nämlich nur rund die Hälfte, 800 Millionen Franken, zurückerstattet.

Eines steht fest: Mit der öffentlichen Krankenkasse gibt es keine solchen Skandale mehr. Im Gegensatz zu den 61 privaten Versicherern hat sie es nicht nötig, mit den Reserven zu tricksen. Die öffentliche Krankenkasse stellt die Interessen der Versicherten ins Zentrum und hat kein Interesse, ihre Reserven auf Kosten der Versicherten zu optimieren.