Viel los im Zolli - Totenkopfäffchen turnen im Blätterwald
18.06.2015 | 09:32
Zurzeit sind die Totenkopfäffchen im Zoo Basel besonders häufig auf ihrer Insel zu beobachten. Sie turnen geschickt im Gebüsch, klettern auf den Bäumen und suchen nach Nahrung. Zwischen den Blättern können Besucherinnen und Besucher immer wieder einen Blick auf ein Junges erhaschen, das sich auf...
Sobald es wärmer wird, sind die Totenkopfäffchen im Zolli auf den Bäumen und Büschen der Aussenanlage zu beobachten, wo sie Blätter und Äste nach Insekten und Spinnen absuchen. Akrobatische Klettereien und waghalsige Balanceakte sind auch bei den vier Weibchen, die ein Junges auf dem Rücken tragen, an der Tagesordnung.
Während der Trächtigkeit und der Säugezeit benötigen die Mütter vermehrt Insekten, um ihren erhöhten Bedarf an Eiweiss und Fett zu decken. Deshalb kommen ihre Jungen im Zoo Basel im Frühling zur Welt, wenn die Zahl der Insekten in der Natur zunimmt.
Die Weibchen dominieren
Totenkopfaffen leben in der Natur in grossen Gruppen von bis zu 60 Tieren. Grössere Gruppen bestehen aus mehreren Familien verwandter Weibchen, zwischen denen aber praktisch kein Austausch besteht. In Basel leben zwei solcher Weibchen-Untergruppen.
Da die Männchen von den Weibchen dominiert werden, halten sie sich in Männergruppen ausserhalb oder am Rand der Weibchengruppen auf. Nur in der Paarungszeit wird eines der Männchen dominant. Es legt Fettpolster an, gesellt sich zu den Weibchen und paart sich mit ihnen.
Alle vier Jahre ein neues Männchen
In Zoos lebt jeweils nur ein Männchen pro Weibchengruppe. Die Erfahrung der letzten 35 Jahre hat gezeigt, dass zum Erhalt einer gesunden Population rund alle vier Jahre der Zuchtmann einer Gruppe ausgetauscht werden sollte.
Einige europäische Zoos halten reine Männergruppen. Dort wachsen die jugendlichen Männchen zu stattlichen Männern heran, bis sie erfahren genug sind, um es in einem anderen Zoo mit einer Weibchengruppe aufzunehmen und für Nachwuchs zu sorgen. Der Austausch von Männchen wird in Europa vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert, welches seit Ende 2013 vom Zoo Basel geführt wird.
Kletterfreudige Regenwaldbewohner
Die Heimat der Schwarzköpfigen Totenkopfäffchen - aufgrund ihres wissenschaftlichen Namens Saimiri boliviensis auch kurz Saimiris genannt - ist der westliche Rand des Amazonasbeckens in Brasilien, Bolivien und Peru. Sie leben im Regenwald und nutzen vor allem die mittleren und unteren Stufen des Waldes als Lebensraum.
Am liebsten halten sie sich entlang von Flüssen auf. Im Gebüsch und auf den Ästen jagen sie Insekten und andere kleine Tiere oder fressen Früchte und Blüten. Anders als andere Affen aus Südamerika können Totenkopfaffen mit ihrem Schwanz nicht greifen, sondern nutzen ihn vor allem zum Balancieren.
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