Wallis – Vorsicht vor der Ausbreitung des Japankäfers
06.07.2026 | 10:58
Der Japankäfer breitet sich im Wallis weiter aus und stellt eine erhebliche Gefahr für Landwirtschaft und Umwelt dar. Die Dienststelle für Landwirtschaft ruft Reisende aus Risikogebieten dazu auf, Fahrzeuge und Gepäck zu kontrollieren und verdächtige Käfer umgehend zu melden.
Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein ursprünglich aus Japan stammender Blatthornkäfer, der Landwirtschaftskulturen, Wälder und Grünflächen stark bedroht. Seit 2014 kommt er in Norditalien vor, woher er ins Wallis eingeschleppt und 2023 erstmals in den Gemeinden Simplon und Zwischbergen nachgewiesen wurde.
2024 wurde er in der Rhoneebene zwischen Termen und Raron gesichtet. Dieses Insekt ernährt sich von über 400 Pflanzenarten. Ausgewachsene Japankäfer verursachen erhebliche Frassschäden an Kulturen: an Blättern, Blumen und Früchten verschiedener Pflanzen, darunter Apfelbäume, Steinobstbäume und Reben.
Die Larven ernähren sich von den Wurzeln verschiedener Gräser. Da der Käfer eine ernsthafte Bedrohung für die Landwirtschaft und die Umwelt darstellt, gilt er als prioritäres Quarantäneorganismus und wird in der Schweiz ebenso wie in der Europäischen Union überwacht und bekämpft.
Im Wallis werden momentan drei Regionen überwacht:
- Simplon: befallenes Gebiet, das Insekt lässt sich wahrscheinlich nicht mehr vollständig ausrotten, seine Ausbreitung muss jedoch eingedämmt werden;
- zwischen Termen und Raron: befallenes Gebiet, der Käfer muss ausgerottet werden;
- Walliser Chablais: Pufferzone im Zusammenhang mit einem Befallsherd in Yvorne (VD). In dieser Pufferzone wurde bislang kein Individuum gesichtet.
In diesem Jahr wurden die ersten Exemplare zwischen dem 8. und 15. Juni in der Region Visp gefangen. Die Flugperiode des Japankäfers dauert von Juni bis September. In dieser Zeit können Reisende aus Risikogebieten unwissentlich ausgewachsene Japankäfer mit sich führen und so zu deren Ausbreitung beitragen.
Die Dienststelle für Landwirtschaft rät deshalb zu grösster Wachsamkeit. Um eine versehentliche Einschleppung zu vermeiden, wird die Bevölkerung, die in die Region Simplon, ins Tessin und nach Norditalien reist, dazu aufgefordert, Vorsicht walten zu lassen und ihr Gepäck sowie ihre Fahrzeuge zu kontrollieren, ob sich darin möglicherweise Japankäfer befinden. Jede Person, die ein verdächtiges Insekt findet, sollte es einfangen und in einen verschlossenen Beutel stecken. Der Fund muss unverzüglich über das Online-Formular gemeldet werden.
Der Japankäfer ist etwa so gross wie eine Fünf-Rappen-Münze (1 bis 1,2 cm) und weist an den Seiten fünf charakteristische weisse Haarbüschel sowie zwei am Hinterteil auf. Alle wichtigen Informationen über dieses Insekt sind auf der Kantonswebsite zu finden.
Quelle der Mitteilung: Kanton Wallis