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"Wir freuen uns auf das selbstfahrende Auto"

(Bildquelle: infoticker)

Vom 5. bis 15. März findet in Genf der 85. Autosalon statt. Wie jedes Jahr präsentieren dort Autohersteller ihre Neuheiten. In Zukunft werden wohl auch selbstfahrende Autos auf den Schweizer Strassen unterwegs sein. Immer wieder diskutiert wird dabei, wie bei diesen Autos der Versicherungsschutz...

Vom 5. bis 15. März findet in Genf der 85. Autosalon statt. Wie jedes Jahr präsentieren dort Autohersteller ihre Neuheiten. In Zukunft werden wohl auch selbstfahrende Autos auf den Schweizer Strassen unterwegs sein. Immer wieder diskutiert wird dabei, wie bei diesen Autos der Versicherungsschutz aussehen wird. Für die "AXA Winterthur", grösster Motorfahrzeug-Versicherer der Schweiz, ist dies eine wichtige Frage.

Verschiedene Hersteller sind bereits so weit und haben Autos entwickelt, die keinen Fahrer brauchen. In Bezug auf das selbstfahrende Auto ist eine intensiv diskutierte Frage, wer bei einem Unfall haftet. Ist es der Hersteller, der Fahrer oder gar die Behörde, die das entsprechende Fahrzeug zugelassen hat? Dieter Gosteli, Leiter Privatkunden bei der "AXA Winterthur", hat auf diese Frage eine klare Antwort: "Auch selbstfahrende Autos werden einen Halter haben. Und diesen Fahrzeughalter werden wir versichern. Sollte es zu Unfällen aufgrund technischer Fehler kommen, so wird man Regress auf Dritte nehmen. Und ob selbstfahrend oder nicht – wir wollen auch in Zukunft jedes Fahrzeug gegen Verlust oder Beschädigung versichern."

Weniger als ein Zehntel aller Unfälle aufgrund technischer Mängel

Aus Sicht der Unfallforschung begrüsst Dieter Gosteli die technologischen Entwicklungen sehr: "Wir freuen uns auf das selbstfahrende Auto. Denn je mehr selbstfahrende oder teilautonome Fahrzeuge im Verkehr sind, desto weniger Unfälle werden geschehen. Schliesslich sind nach wie vor die Lenker die häufigsten Verursacher von Unfällen. Weniger als 10 Prozent aller Verkehrsunfälle sind durch technische Mängel verursacht."

Gemäss einer Studie von Unfallforschung & Prävention der "AXA Winterthur" verursacht bereits heute ein Auto mit Notbremsassistent etwa 30 Prozent weniger Auffahrunfälle. Und trotz vielfältiger Einparkhilfen passieren aktuell immer noch rund die Hälfte aller Unfälle beim Parken und Manövrieren. Künftig werden, davon ist Dieter Gosteli überzeugt, Schadenaufkommen und die Schadenssumme zurückgehen. Dadurch werde sich wiederum das Prämienvolumen verändern.

Selbstfahrende Autos führen zu neuen Risiken

Diese Entwicklung lässt sich bereits seit einigen Jahren beobachten, aber: "Erstens wird es immer Unfälle geben. Zweitens werden künftig neue und andere Risiken hinzukommen. Dazu gehört etwa das Zusammenspiel von selbstfahrenden Autos und anderen Verkehrsteilnehmern, eine mögliche Zunahme der Schadenssumme aufgrund teurerer Fahrzeugtechnologien oder die Klärung der Schuldfrage. Aus heutiger Sicht lassen sich diese Risiken noch nicht beziffern. Und drittens sind auch selbstfahrende oder teilautonome Autos Risiken wie Glasschaden oder Naturereignissen ausgeliefert", so Dieter Gosteli.

Gesetzesanpassung notwendig

Wann auf Schweizer Strassen tatsächlich selbstfahrende Autos unterwegs sein werden, ist allerdings noch offen - dazu wäre eine Gesetzesanpassung notwendig. Denn gemäss dem "Wiener Übereinkommen über den Strassenverkehr" von 1968 muss jedes Fahrzeug in Bewegung einen Fahrer haben. Dieter Gosteli geht deshalb davon aus, dass die Schweiz noch etwas auf die Innovation führerlose Autos warten muss.

Hingegen ist er überzeugt, dass bereits in zehn Jahren rund 50 Prozent aller Autos teilautonome Fahrzeuge sein werden. "Solche teilautonomen Fahrzeuge könnten dann beispielsweise auf Autobahnen selbstständig fahren. Der Fahrer würde zwar selbst nicht steuern, er könnte aber jederzeit ins Fahrgeschehen eingreifen und bremsen."