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Wolf und Schwarznasenschaf - Koexistenz ist möglich

(Bildquelle: infoticker)

In den vergangenen Tagen begann auf vielen Walliser Alpen die Sömmerung der traditionellen Schwarznasenschafe. Damit steigt auch das Risiko für Angriffe durch Wölfe, denn diese Rasse wird oft unbehirtet und ungeschützt gealpt. Das müsste aber nicht sein, denn auch Schwarznasenschafe lassen sich...

Das Walliser Schwarznasenschaf unterscheidet sich nicht nur äusserlich von den anderen Schafen, sondern insbesondere auch im Verhalten. "Das Schwarznasenschaf ist ausgesprochen ruhig, genügsam, berggängig und standorttreu", sagt dazu David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz und Schafhirte, der auch praktische Erfahrung in der Arbeit mit dieser Rasse hat. Diese Eigenschaften verhindern eine Behirtung der Herden und einen Schutz durch Herdenschutzhunde nicht, stellen aber eine besondere Herausforderung dar. "Es drängt sich auf, die Schafherden im Walliser Alpgebiet möglichst nach Rassen aufzutrennen, um bei einer Behirtung auf das Naturell der Schwarznasenschafe optimal Rücksicht nehmen zu können", so Gerke weiter.

Die Gruppe Wolf Schweiz bekennt sich zur Schafhaltung in der Schweiz und auch zur Sömmerung von Schafen im Berggebiet. Dabei sind insbesondere traditionelle robuste Rassen, die wie das Schwarznasenschaf eine hohe Angepasstheit an den Lebensraum Gebirge aufweisen, erhaltenswert. Es besteht jedoch keine Notwendigkeit, dass diese traditionellen Schafrassen frei und ungeschützt weiden und in Kleingruppen gesömmert werden. Das Potential für Herdenzusammenlegungen und Anpassungen bei den Weidesystemen, die oft die wesentlichen Voraussetzungen für den Herdenschutz sind, ist sehr hoch, gerade im Wallis. Um dem berechtigten Schutzbedürfnis von Wolf und Schaf gleichermassen gerecht zu werden, führt kein Weg am Herdenschutz vorbei.

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