Wolfspopulation in der Schweiz dümpelt vor sich hin
24.02.2015 | 11:25
Wolfspopulationen wachsen natürlicherweise um einen Drittel pro Jahr. In der Schweiz ist das Wachstum des Bestandes hingegen viel geringer. Ohne die zahlreichen Abschüsse hätte der Wolf die Schweiz seit seiner Rückkehr vor 20 Jahren flächendeckend besiedelt und einen Bestand von rund 200 Tieren...
Wolfspopulationen wachsen natürlicherweise um einen Drittel pro Jahr. In der Schweiz ist das Wachstum des Bestandes hingegen viel geringer. Ohne die zahlreichen Abschüsse hätte der Wolf die Schweiz seit seiner Rückkehr vor 20 Jahren flächendeckend besiedelt und einen Bestand von rund 200 Tieren aufbauen können. Allerdings gibt es heute nur rund 25 Wölfe und bloss auf einem einzigen Prozent der Landesfläche pflanzen sie sich fort. Das Drängen der Politik nach einer Regulierung der Wolfspolitik ist deshalb eine Zwängerei.
Die Wolfspopulation in den Alpen wächst nur zwischen 10 und 15 Prozent jährlich, deutlich langsamer als biologisch zu erwarten wäre. Grund dafür ist nicht etwa das beschränkte Lebensraumangebot, sondern die lockere Abschusspolitik. Sowohl Frankreich, als auch die Schweiz, geben regelmässig Wölfe zum Abschuss frei. In diesen beiden Ländern und ebenso in Italien ist die Wilderei verbreitet. Der Wolfsbestand ist damit faktisch reguliert, das Wachstum stark verlangsamt. Angesichts dieser Tatsache ist das Drängen der Schweizer Politik nach einer Regulierung des Wolfsbestandes unverständlich.
"Ein verlangsamtes Populationswachstum hat für das Zusammenleben mit dem Wolf zwar Vorteile", meint David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz. "Es gibt Zeit, um sorgfältig geplante und breit abgestützte Lösungen für die auftretenden Konflikte zu finden. Viel mehr verlangsamen lässt sich das Wachstum des Bestandes aber nicht, ohne diesen zu gefährden."