Zürcher Bevölkerung sportlich über dem Durchschnitt
31.10.2014 | 10:36
Die Zürcherinnen und Zürcher sind im schweizerischen Vergleich überdurchschnittlich sportlich. Und sie wünschen sich einen Ausbau der Jugend- und Nachwuchsförderung im Sport. Dies ergab eine kantonale Befragung von 2'796 Personen zu ihrem Sportverhalten. Die heute in Zürich, von Studienleiter...
Die Zürcherinnen und Zürcher sind im schweizerischen Vergleich überdurchschnittlich sportlich. Und sie wünschen sich einen Ausbau der Jugend- und Nachwuchsförderung im Sport. Dies ergab eine kantonale Befragung von 2'796 Personen zu ihrem Sportverhalten.
Die heute in Zürich, von Studienleiter Markus Lamprecht, vorgestellte Studie "Sport im Kanton Zürich 2014" ist nach 2003 und 2008 die dritte solche Studie, die das Observatorium Sport und Bewegung Schweiz im Auftrag des Kantons Zürich durchgeführt hat. Sie liefert damit Vergleichswerte zum Stellenwert des Sports auf nationaler Ebene und beleuchtet gleichzeitig die Entwicklung der letzten Jahre.
Studienergebnisse bestärken bestehende Fördermassnahmen
Die Zürcher Bevölkerung spricht sich klar für eine breite Sportförderung aus, wobei insbesondere ein Ausbau der Jugendsport- und Nachwuchsförderung erwünscht ist. Die Ergebnisse der Studie stärken die bestehenden Massnahmen, basierend auf dem sportpolitischen Konzept des Regierungsrats, zugunsten der Jugend- und Breitensportförderung.
Regierungsrat Mario Fehr, Sicherheits- und damit auch "Sportdirektor" des Kantons Zürich, und der Chef des kantonalen Sportamts, Stefan Schötzau, erläuterten heute in Zürich vor den Medien ihre Einschätzung der Studienergebnisse. Diese zeigten ein klares Bekenntnis der Zürcher Bevölkerung zu bisher getroffenen Massnahmen der Sportförderung, insbesondere auch für den Kinder- und Jugendsport. Für Regierungsrat Fehr ist ein sichtbareres Engagement des Kantons für den Sport nicht nur sinnvoll, sondern unverzichtbar. Als Unterstützung der positiven Weiterentwicklung des Sports im Kanton Zürich werden die bisherigen Schwerpunkte beibehalten bzw. verstärkt gefördert, darunter der Vereinssport, der freiwillige Schulsport, die Nachwuchsförderung sowie die lokale Sportförderung.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:
- Zürcherinnen und Zürcher treiben viel Sport: Die früheren Studien hatten eine deutliche Zunahme der sportlichen Aktivitäten zwischen 2003 und 2008 festgestellt. Seit 2008 haben sich diese auf hohem Niveau stabilisiert: 72 Prozent (2008: 73 Prozent) der Zürcherinnen und Zürcher treiben mindestens einmal wöchentlich Sport. Die Zürcherinnen und Zürcher sind polysportiver geworden. Die beliebtesten Sportarten sind Wandern, Radfahren und Schwimmen. Frauen sind heute ebenso häufig sportlich aktiv wie Männer. Die Sportaktivität der 30- bis 44-Jährigen ist zwar deutlich geringer als in jüngeren Jahren, bleibt danach aber bis ins höhere Alter erstaunlich konstant. Der Anteil an Nichtsportlerinnen und Nichtsportlern hat sich gegenüber 2008 um vier Prozentpunkte auf 23 Prozent leicht erhöht.
- Zunahme der Anzahl Mitglieder im Fitnesscenter: 22 Prozent der Befragten sind Mitglied in einem Sportverein. In den letzten Jahren kam es im Kanton Zürich zu einer Zunahme der Mitglieder in Fitnesscentren: Mittlerweile besitzen ebenfalls 22 Prozent in solchen eine Mitgliedschaft.
- Positive Bewertung der Sportangebote im Kanton Zürich: 41 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher üben Sport unabhängig von Verein und Fitnesscentern aus. Dies geschieht am häufigsten in der freien Natur. Wanderwege, Bergbahnen, Velorouten oder Bäder erfreuen sich grosser Beliebtheit. Für jene, die regelmässig Sport treiben, spielen Turn- und Sporthallen sowie Fitnesscenter eine wichtige Rolle. Grundsätzlich werden die Sportmöglichkeiten und Sportangebote in der Wohngemeinde und der näheren Umgebung gut benotet.
- Naturerlebnis, Gesundheit und Spass: Sport hat im Kanton Zürich ein ausgezeichnetes Image: Hauptmotive für das Ausüben von Sport sind Gesundheit, Freude an der Bewegung sowie Spass und Fitness. Ebenso wichtig sind der Bezug zur Natur und das Abschalten vom Alltag. Nur selten wird Sport in Zusammenhang mit Pflicht, Betrug oder Gewalt gebracht. Sowohl Sportlerinnen und Sportler als auch Nichtsportlerinnen und Nichtsportler haben ein positives Sportbild.
- Die Sportaktivität hängt von sozialen Faktoren ab: Häufigste Ursache für Sportabstinenz ist Zeitmangel. Zwei Fünftel der Inaktiven möchten aber eine sportliche Aktivität beginnen oder wieder aufnehmen. Generell weniger sportlich aktiv oder gänzlich inaktiv sind Personen mit niedrigem Bildungsstand oder tiefem Einkommen. Dasselbe gilt für Personen mit Migrationshintergrund.