Der Fälschungsmarkt im Internet boomt

(Bildquelle: infoticker)

Gemäss der Statistik der Eidg. Zollverwaltung hielt der Zoll im vergangenen Jahr über 32'000 Fälschungen zurück. Die Zollstellen zogen mehr im Internet bestellte Kleinsendungen mit gefälschten Waren ein. Sieben von zehn Sendungen stammen aus China. Im Reiseverkehr musste der Zoll dagegen weniger...

Gemäss der Statistik der Eidg. Zollverwaltung hielt der Zoll im vergangenen Jahr über 32'000 Fälschungen zurück. Die Zollstellen zogen mehr im Internet bestellte Kleinsendungen mit gefälschten Waren ein. Sieben von zehn Sendungen stammen aus China. Im Reiseverkehr musste der Zoll dagegen weniger oft intervenieren. Am meisten gefälschte Taschen, Kleider und Uhren brachten Reisende aus der Türkei mit.

Mehr Fälschungen im Handelswarenverkehr und insbesondere bei Kleinsendungen


Die Zahl der im Internet gekauften Fälschungen hat im vergangenen Jahr zugenommen. Gemäss der soeben von der Eidgenössischen Zollverwaltung veröffentlichten Statistik zu Fälschung und Piraterie haben die Schweizer Zollstellen letztes Jahr 2'856 Sendungen mit Fälschungen zurückbehalten. Meist handelt es sich um im Internet bestellte und mit der Post oder Kurieren verschickte Kleinsendungen. Die Waren stammten in sieben von zehn Fällen aus China. Nebst Handtaschen, Kleidungstücken und Uhren hat der Zoll auch gefälschte Medikamente aus dem Verkehr gezogen. Damit hat er einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Wirtschaft sowie für die Sicherheit und Gesundheit der Bürger geleistet

Weniger Fälschungen im Reiseverkehr

Gute Nachrichten gibt es aus dem Reiseverkehr. Gegenüber dem Vorjahr haben die Zollstellen bei Ferienreisenden weniger Fälschungen einziehen müssen (-9 Prozent). Anastasia Li-Treyer, Präsidentin von STOP PIRACY: "Unsere Sensibilisierungsaktionen am Flughafen scheinen zu wirken. Reisende sind sich zunehmend bewusst, dass der Kauf von Fälschungen kein Kavaliersdelikt ist und dass die Fälschungsindustrie Teil des organisierten Verbrechens ist". Besonders oft haben Reisende aus der Türkei, der EU, China und dem Kosovo Handtaschen, Uhren und Schmuck sowie Kleider mitgebracht.

Tipps, damit der Einkauf im Internet nicht am Zoll endet

STOP PIRACY stellt fest, dass die Betrüger die Fälschungen im Internet immer raffinierter tarnen. Mit Preisen in Schweizer Franken und Internetadressen, die mit ".ch" enden, richten sie sich an ein Schweizer Publikum. Damit Konsumenten Fälschungen im Internet besser erkennen, haben STOP PIRACY und das Konsumentenforum ein Merkblatt mit Tipps herausgegeben. Die wichtigsten Tipps, um unseriöse Internetshops zu entlarven, sind:

  • Preis prüfen: Gute Ware hat auch im Internet ihren Preis. Fälschungen werden oft mit riesigen Rabatten angeboten

  • Nach Rechtschreibefehlern suchen: Oft enthalten die AGB oder die Versandbedingungen Rechtschreibefehler oder sind in schlechtem Deutsch geschrieben

  • Impressum und Kontaktangaben beachten: Wenn die Website kein Impressum mit Postdresse, E-Mail und Telefonnummer hat, verzichtet man besser auf einen Kauf

  • Für Fortgeschrittene: Mit einer Whois-Abfrage (z.B. über www.who.is) erfährt man, wer die Website registriert hat. Stimmen die Angaben nicht mit dem Impressum überein, könnte es sich um Fälschungen handeln