Faule Redakteure servieren saftige "Enten"

Lügen und Gerüchte werden von Medien häufig aufgenommen und weiterverbreitet, ohne dass nachrecherchiert wird. Das bemängelt eine neue Studie vom Tow Center for Digital Journalism der Columbia Journalism School, die von Craig Silverman verfasst wurde. "Lügen verbreiten sich viel besser als die...

Lügen und Gerüchte werden von Medien häufig aufgenommen und weiterverbreitet, ohne dass nachrecherchiert wird. Das bemängelt eine neue Studie vom Tow Center for Digital Journalism der Columbia Journalism School, die von Craig Silverman verfasst wurde. "Lügen verbreiten sich viel besser als die Wahrheit und Medienorganisationen spielen eine grosse Rolle dabei", stellt der Forscher in seiner Abhandlung fest.

Über 1'500 Artikel analysiert

Silverman hat über 1'500 Nachrichtenartikel analysiert, die auf mehr als hundert Online-Gerüchten basieren. Sein trauriges Fazit: "Viele Nachrichtenseiten wenden wenig oder keine grundlegende Überprüfung der Behauptungen an, die sie weitergeben. Stattdessen verlassen sie sich auf Verlinkungen zu anderen Medienberichten, die wiederum oft nur andere Nachrichtenanbieter zitieren."

Ausserdem sind Schlagzeilen und Titel dem Experten zufolge häufig irreführend und erhöhen die Glaubwürdigkeit der unwahren Geschichte. Und auch wenn sich die Gerüchte als falsch erweisen, gestehen die wenigsten Medien das ein. In der Folge kommt es nicht selten dazu, dass bereits veröffentlichte Falschmeldungen weiter bestehen bleiben und weitere Nachrichtenanbieter sich auf diese beziehen und sie zitieren.

Name schützt vor Torheit nicht

Neben Online-Medien analysierte Silverman grosse und in der breiten Öffentlichkeit international durchaus bekannte Nachrichtenseiten wie das "Time Magazin", "The New York Times", "USA Today", "The Huffington Post", "Fox News", "The Washington Times" und "Al Arabiya".

Quelle: Pressetext