Hunderte Demonstranten beschuldigen den Dalai Lama der religiösen Diskriminierung

(Bildquelle: infoticker)

Anlässlich des Besuches des Dalai Lama in Basel sind 550 Demonstranten gekommen, darunter 130 Tibeter, die ihn der religiösen Diskriminierung beschuldigen. Vor der St. Jakobshalle versammelten sich heute hunderte Mitglieder der International Shugden Community (ISC) und riefen in lauten...

Anlässlich des Besuches des Dalai Lama in Basel sind 550 Demonstranten gekommen, darunter 130 Tibeter, die ihn der religiösen Diskriminierung beschuldigen.

Vor der St. Jakobshalle versammelten sich heute hunderte Mitglieder der International Shugden Community (ISC) und riefen in lauten Sprechchören: "Dalai Lama, hör auf zu lügen" und "Dalai Lama, gewähre Religionsfreiheit".

Nach dem Grund der Demonstration befragt, antwortete Nicholas Pitts, Sprecher der ISC: "Der Dalai Lama spricht über Frieden und Toleranz, aber er hat eine Stimmung des religiösen Hasses in seiner eigenen Gemeinschaft erzeugt. Seine Gemeinschaft ist jetzt vollkommen gespalten. Die Menschen, die dieses Gebet ausführen, sind von Regierungsstellen ausgeschlossen. Ihnen werden Dienstleistungen in Geschäften und Restaurants und selbst in Krankenhäusern verweigert - sie haben keinen Zutritt. Wir haben Fotos von Schildern an Geschäften und Spitälern, auf denen steht, dass sie nicht willkommen sind und nicht bedient werden, wenn sie das praktizieren. Das ist heutzutage nicht akzeptabel."

Diese Verfolgung wurde 1998 von SF 1 (1) und 2009 von Al Jazeera (2) dokumentiert und hält laut Aussagen der Demonstranten unvermindert an.

Offizielles Verbot

Prof. Robert Barnett der Columbia Unversity bestätigte im Oktober 2014 in einem Interview mit Public Radio International (3), dass ein offizielles Verbot der Shugden Gebete durch den Dalai Lama besteht und "Shugden Praktizierende in der tibetischen Exilgemeinschaft verfolgt werden."

Laut ISC stammen mindestens 60 Prozent der in die Schweiz emigrierten Tibeter aus Shugden Familien. Sie spüren die Auswirkungen dieser Verfolgung selbst in der Schweiz.

"Der Dalai Lama ist es gewohnt, ein religiöser Diktator zu sein und ohne Widerspruch oder Dialog zu herrschen. Im Westen denken die Menschen, dass der Dalai Lama Frieden und Toleranz verkörpert, aber wir Tibeter wissen es besser. Er gibt vor, gütig und mitfühlend zu sein, aber tatsächlich ist er es nicht. Er hat kein Mitgefühl mit diejenigen, die anderer Meinung sind", sagt der tibetische Sprecher der ISC, Sonam Lama.

"Ich habe die Diskriminierung selbst erlebt"

Aachu Gelek, ein Schweizer Tibeter, der an den Demonstrationen teilnimmt, sagte: "Die Leute des Dalai Lama sagen, es gäbe kein Verbot, keine Diskriminierung. Ich habe diese Diskriminierung selbst erlebt. Das ist die Wahrheit. Es ist der Dalai Lama, der lügt. Das Einzige was wir fordern, ist die Freiheit, unsere Religion in Frieden zu praktizieren."

Die ISC betont, dass sie nicht von China finanziert wird und auch keinerlei Beziehung zu China hat. Dies seien billige Beschuldigungen, die vom Umfeld des Dalai Lama verbreitet werden, um von der bestehenden Intoleranz und Verfolgung abzulenken.

Vor drei Tagen demonstrierte die ISC in Washington DC, wie Fox News berichtete.