Kanton Aargau und FC Aarau gemeinsam gegen Gewalt

(Bildquelle: infoticker)

Die Kantonspolizei Aargau und der FC Aarau können die seit der Rückrunde der Saison 2013/2014 zunehmenden Gewalt- und Straftaten nicht mehr länger hinnehmen und haben sich geeinigt, Massnahmen und Zusammenarbeit für die Identifikation von gewaltbereiten und gewalttätigen Personen in der...

Die Kantonspolizei Aargau und der FC Aarau können die seit der Rückrunde der Saison 2013/2014 zunehmenden Gewalt- und Straftaten nicht mehr länger hinnehmen und haben sich geeinigt, Massnahmen und Zusammenarbeit für die Identifikation von gewaltbereiten und gewalttätigen Personen in der Fanszene zu intensivieren.

Vermehrt werden Stadionverbote, Rayonverbote und Meldeauflagen angeordnet. Bei Gewalttaten werden die strafrechtlichen Sanktionsmöglichkeiten konsequent ausgeschöpft. Für den FC Aarau hat dies finanzielle und infrastrukturelle Konsequenzen.

Gewalt muss Einhalt geboten werden

Die Verantwortlichen des Kantons und des FC Aarau sind sich einig, dass der zunehmenden Gewalt Einhalt geboten werden muss. Die Ergebnisse einer Analyse, die das Departement Volkswirtschaft und Inneres zusammen mit der Kantonspolizei und den Verantwortlichen des FC Aarau vorgenommen haben, führen nun zu einem Massnahmenpaket, das zur Verbesserung der Sicherheit bei den Heimspielen des FC Aarau führen soll.

Demnach intensivieren die Kantonspolizei und der FC Aarau die Zusammenarbeit bei der Identifikation von gewaltbereiten und gewalttätigen Personen in der Fanszene. Mit vermehrt verhängten Stadion- und Rayonverboten sowie Meldeauflagen sollen Störer von den Heimspielen des FC Aarau ferngehalten werden können. Kommt es zu Gewalttaten, werden die strafrechtlichen Sanktionsmöglichkeiten konsequent und rasch ausgeschöpft.

Risikospiele

Zusätzlich erfolgt im Vorfeld von Risikospielen im Brügglifeld eine enge Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Gastklubs, der Polizei am Standort des Gastklubs und der Swiss Football League. Dadurch sollen die Exponenten unter den gewalttätigen Fans des Gastklubs nach Möglichkeit von den Heimspielen des FC Aarau ferngehalten werden. Sollte dies nicht gelingen oder ist mit sicherheitsrelevanten Vorkommnissen zu rechnen, müsste die Kantonspolizei im Einzelfall die Anordnung von einschränkenden Auflagen für die Durchführung des Heimspiels prüfen.

Eine mögliche Massnahme ist der Ausschluss von Gästefans. Die Polizei verfolgt zudem künftig eine flexiblere Reaktion bei Gewalttaten und weiteren Störungen der öffentlichen Sicherheit, sowie ein konsequenterer Zugriff auf einzelne gewalttätige Exponenten.

Steigende Sicherheitskosten

Die kurzfristigen Konsequenzen für den FC Aarau sind in erster Linie steigende Sicherheitskosten. In der laufenden Saison muss in diesem Zusammenhang mit einem Aufwand von 700'000 Franken gerechnet werden. Um Spieler und Schiedsrichter künftig zu schützen, wird in allen Stehplatzsektoren ein Fangnetz installiert. Zuschauerinnen und Zuschauer werden ausdrücklich gebeten, Straftaten zu dokumentieren und der Polizei oder dem FC Aarau zu melden, damit die fehlbaren Personen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden können.

Das schliesst das Abfeuern von pyrotechnischem Material mit ein, auch wenn dies von vielen Fans nach wie vor als Kavaliersdelikt betrachtet wird. Tatsächlich kostet aber das Abfeuern von zehn Fackeln im Heimsektor den FC Aarau zum jetzigen Zeitpunkt der Saison eine Busse in der Höhe von 8000 Franken.