Soforthilfe für tausende Nutztiere in Myanmar

(Bildquelle: infoticker)

Der verheerende Zyklon "Komen" hat weite Teile Myanmars verwüstet. Nach ersten Recherchen in der Krisenregion hat Vier Pfoten diese Woche ein Einsatzteam ins Irrawaddy-Delta im Südwesten des Landes geschickt - eines der am meisten betroffenen Gebiete. Die Tierschutzorganisation kooperiert vor Ort...

Die sintflutartige Niederschlägen Anfang August haben über hundert Menschen das Leben gekostet; unzählige Häuser, Brücken, Strassen aber auch Reisanbaugebiete wurden zerstört. Laut aktuellen UN-Schätzungen sind 1,3 Millionen Menschen von der Naturkatastrophe betroffen. Mit in Not geraten sind auch tausende Tiere, vor allem Nutztiere wie Kühe und Schweine, die nun Soforthilfe in Form von Trinkwasser, Nahrung und temporären Unterkünften benötigen.

Verlust der Existenz durch Verlust der Nutziere


Myanmar ist eines der ärmsten Länder Südostasiens. Einsatzleiter Dr. Amir Khalil von Vier Pfoten: "Viele Menschen haben mit dem Verlust ihrer Tiere ihre Existenz verloren. Jene, die ihre Tiere retten konnten, haben nun keine Mittel mehr, sie zu versorgen. Unser Einsatz erfolgt in enger Abstimmung mit nationalen und lokalen Behörden wie dem Ministerium für Viehzucht, Fischerei und ländliche Entwicklung und dem nationalen Katastrophen-Management. In Absprache mit den offiziellen Stellen wurde entschieden, dass unser Team im Irrawaddy Delta aktiv werden soll, weil es dort besonders viele Nutztiere ohne Zugang zu Futter gibt."

Die erste Tierschutzorganisation vor Ort

Vier Pfoten ist die erste Tierschutzorganisation, die vor Ort aktiv ist. Mit lokaler Unterstützung organisierte Dr. Khalil bereits rund 50 Tonnen Futtermittel. Nachdem die Infrastruktur an vielen Stellen zusammengebrochen ist, hat das Vier Pfoten-Team auch zwei Boote gekauft, um das Futter zu den bedürftigen Tieren zu bringen. Da es immer noch heftig regnet, wurden auch Zelte für die Zwischenlagerung organisiert. Gestern wurden bereits rund 600 Kühe und Schweine in einem Dorf in Nyaungdone versorgt.

Dr. Khalil: "Wir werden die Tiere, soweit möglich, auch medizinisch versorgen. Viele Tiere stehen im Wasser, es droht Seuchengefahr. Die Tiere können allerdings erst geimpft werden, wenn sich die Situation vor Ort entschärft hat und die Gebiete wieder leichter zugänglich sind." Der Hilfseinsatz, bei dem die Erstversorgung von 10'000 Kühen, Büffeln, Schweinen und Ziegen im Vordergrund steht, wird rund 14 Tage dauern.