Onlinemedien berichten bilderreich, Tageszeitungen füllen ihre Spalten damit: Die Tagesschau-Hauptausgabe konnte letzten Sonntag nicht zu Ende gesendet werden. Doch das eigentliche Problem verschwindet - wie Cornelia Bösch - von der Bildfläche: Die Tagesschau-Moderatorin hat trotz Krankheit...
Onlinemedien berichten bilderreich, Tageszeitungen füllen ihre Spalten damit: Die Tagesschau-Hauptausgabe konnte letzten Sonntag nicht zu Ende gesendet werden. Doch das eigentliche Problem verschwindet - wie Cornelia Bösch - von der Bildfläche: Die Tagesschau-Moderatorin hat trotz Krankheit gearbeitet.
Trotz Fieber vor der Kamera
Cornelia Boesch, eine der vier Moderatorinnen der Hauptausgabe der Deutschschweizer Tagesschau, arbeitete am letzten Sonntag trotz Fieber. Das Arbeiten trotz Krankheit, Präsentismus genannt, ist nicht nur bei "Moderatorinnen mit Berufsstolz" (Zitat ihres Vorgesetzten Urs Leuthard) verbreitet. Präsentismus hat verschiedene Ursachen wie überhöhte Leistungsbereitschaft oder Arbeitsplatzangst. Beides wird oft als Vorstufe von Burnouts diagnostiziert.
Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat in einer vom Seco in Auftrag gegebenen, repräsentativen Studie* aufgezeigt, dass Präsentismus weitverbreitet und ein ernsthaftes Problem ist. Über die Hälfte der Arbeitnehmenden haben angegeben, dass sie trotz Krankheit gearbeitet haben. Besonders gefährdet sind dabei Arbeitnehmende, welche flexibel Arbeiten und ihre Arbeitszeit nicht erfassen. Egal, ob Vorgesetzte oder Untergebene; sie arbeiten besonders häufig trotz Krankheit (55,6 Prozent bzw. 53,1 Prozent).
Arbeitszeiterfassung schützt die Gesundheit
Die Studie stellt ebenfalls fest, dass die Arbeitszeiterfassung hier eine regulierende Funktion hat und bilanziert deutlich: "Der Verzicht auf eine Erfassung der Arbeitszeit geht offensichtlich einher mit einer zeitlichen Ausweitung der tatsächlich geleisteten Arbeit und einem Verzicht auf angemessene Kompensation für diese Mehrarbeit; besonders bedenklich ist in diesem Zusammenhang das Phänomen des Präsentismus, welches bei jenen Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit nicht erfassen, besonders ausgeprägt ist."
Die Allbranchengewerkschaft Syna hat sich zum Ziel gesetzt, Arbeit und Freizeit ins Gleichgewicht zu bringen. Für die Gesundheit von Cornelia Boesch und der vielen Tausend anderen Arbeitnehmenden.
* Flexible Arbeitszeiten in der Schweiz, 2012
Trotz Fieber vor der Kamera
Cornelia Boesch, eine der vier Moderatorinnen der Hauptausgabe der Deutschschweizer Tagesschau, arbeitete am letzten Sonntag trotz Fieber. Das Arbeiten trotz Krankheit, Präsentismus genannt, ist nicht nur bei "Moderatorinnen mit Berufsstolz" (Zitat ihres Vorgesetzten Urs Leuthard) verbreitet. Präsentismus hat verschiedene Ursachen wie überhöhte Leistungsbereitschaft oder Arbeitsplatzangst. Beides wird oft als Vorstufe von Burnouts diagnostiziert.
Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat in einer vom Seco in Auftrag gegebenen, repräsentativen Studie* aufgezeigt, dass Präsentismus weitverbreitet und ein ernsthaftes Problem ist. Über die Hälfte der Arbeitnehmenden haben angegeben, dass sie trotz Krankheit gearbeitet haben. Besonders gefährdet sind dabei Arbeitnehmende, welche flexibel Arbeiten und ihre Arbeitszeit nicht erfassen. Egal, ob Vorgesetzte oder Untergebene; sie arbeiten besonders häufig trotz Krankheit (55,6 Prozent bzw. 53,1 Prozent).
Arbeitszeiterfassung schützt die Gesundheit
Die Studie stellt ebenfalls fest, dass die Arbeitszeiterfassung hier eine regulierende Funktion hat und bilanziert deutlich: "Der Verzicht auf eine Erfassung der Arbeitszeit geht offensichtlich einher mit einer zeitlichen Ausweitung der tatsächlich geleisteten Arbeit und einem Verzicht auf angemessene Kompensation für diese Mehrarbeit; besonders bedenklich ist in diesem Zusammenhang das Phänomen des Präsentismus, welches bei jenen Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit nicht erfassen, besonders ausgeprägt ist."
Die Allbranchengewerkschaft Syna hat sich zum Ziel gesetzt, Arbeit und Freizeit ins Gleichgewicht zu bringen. Für die Gesundheit von Cornelia Boesch und der vielen Tausend anderen Arbeitnehmenden.
* Flexible Arbeitszeiten in der Schweiz, 2012