Unia: Uhrenarbeiter fordern neuen Euro-Mindestkurs

(Bildquelle: infoticker)

Heute fand in Neuenburg die Unia-Berufskonferenz der Uhren- und mikrotechnischen industrie statt. Die rund sechzig Teilnehmenden kritisierten das Vorgehen von Arbeitgebern und bürgerlichen Parteien, unter dem Vorwand der Frankenstärke die Arbeitsbedingungen deregulieren und die Löhne einfrieren zu...

Auf die Geschäfte der Uhrenbranche hatte die Aufhebung des Mindestkurses nur geringe Auswirkungen. Trotzdem nahmen die Arbeitgeberverbände sie als Vorwand, die laufenden Verhandlungen über die Mindestlöhne abzubrechen. Die Delegierten der Unia-Konferenz Uhrenindustrie kritisieren dies scharf, zumal die Branche in den letzten Jahren von einem nie dagewesenen Aufschwung profitierte.

Neuer GAV: Löhne sind zentral

Bei den im Oktober 2015 beginnenden Verhandlungen über die Erneuerung des GAV werden für die Gewerkschaften lohnpolitische Forderungen im Zentrum stehen. Die Unia-Delegierten forderten die Arbeitgeber auf, ihre seit Jahren geführte Blockadehaltung aufzugeben und für eine gerechtere Verteilung des in der Branche erarbeiteten Reichtums Hand zu bieten.

Zudem verabschiedeten die Delegierten eine Resolution, in welcher sie von der Nationalbank die Wiedereinführung einer Euro-Franken-Untergrenze verlangen. Ihre Kolleginnen und Kollegen rufen die Unia-Uhrendelegierten auf, sich gegen die Offensive der bürgerlichen Parteien und von Arbeitgeberverbänden zu wehren. Diese versuchten, den politisch motivierten Währungsentscheid der Nationalbank als Vorwand zu nehmen, die Arbeitsbedingungen zu deregulieren.

Unterstützung für "Konzernverantwortungsinitiative"


Schliesslich unterstützten die Delegierten ausdrücklich die "Konzernverantwortungsinitiative", die von in der Schweiz ansässigen Konzernen die weltweite Einhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards fordert. Sie fordern die Beschäftigten der Uhren- und mikrotechnischen Industrie auf, sie als Zeichen der Solidarität mit den Arbeitnehmenden in aller Welt zu unterzeichnen.