Ursache des Tauben-Sterbens in Bern aufgeklärt

(Bildquelle: infoticker)

Seit Sonntag, 9. November 2014 häufen sich Meldungen über plötzliche Todesfälle bei den Stadttauben von Bern. Betroffen sind Schläge im Münster, der Schosshalde und im Tierpark selbst. Alle bislang gestorbenen 77 Tiere wurden untersucht. Seit Donnerstag, 13. November 2014 steht die Diagnose:...

Seit Sonntag, 9. November 2014 häufen sich Meldungen über plötzliche Todesfälle bei den Stadttauben von Bern. Betroffen sind Schläge im Münster, der Schosshalde und im Tierpark selbst. Alle bislang gestorbenen 77 Tiere wurden untersucht. Seit Donnerstag, 13. November 2014 steht die Diagnose: Tauben-Paramyxovirose. In Absprache mit dem kantonalen Veterinärdienst werden die Tauben betreut, gepflegt und nach Ende der Infektionswelle geimpft.

 

Die Paramyxovirose der Taube, Erreger ist das pPMV1 (pigeon Para Myxo Virus 1), ist eine virale Erkrankung, die erst seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt ist. Mittlerweile gehen die Forscher davon aus, dass es sich um einen überall vorkommenden Erreger handelt. Stadttauben, Wildtauben und Wildvögel gelten als Reservoir.

 
Erkrankung bricht innert wenigen Tagen aus

Tauben stecken sich über Kot, Speichel, kontaminiertes Futter und Federstaub an. Die Erkrankung bricht nach 3 bis 10 Tagen aus. Betroffene Organe sind Nieren und das zentrale Nervensystem. Erkennbar sind grosse Urinmengen und Probleme bei der Kopfhaltung (Sternengucker). Koordinationsstörungen, Futterblindheit und Überschlagen mit Fl ügelklatschen sind gleichfalls typische Symptome der Erkrankung.

 

Eine Therapie gibt es nicht. Das Allgemeinbefinden der Tiere kann jedoch durch optimale Haltungsbedingungen gestärkt werden. Nach 2 bis 4 Wochen tritt die klinische Besserung, teilweise sogar mit Ausheilung ein. Prinzipiell empfänglich für das Virus sind alle Vogelarten, Greifvögel scheinen sehr empfindlich zu sein.

 
Bestmögliche Pfelge

Die Stadttauben werden auch weiterhin bestmöglich gepflegt. Die Betreuenden halten Quarantänevorgaben ein, um eine Verschleppung des Erregers zu vermeiden und nach Ende der Erkrankung beabsichtigen wir zu impfen. Bislang hat noch keine Stadt in Europa freilebende Stadttauben geimpft.

 

Gemäss Recherchen ist kein einziger Fall einer Infektion des Menschen durch Tauben bekannt. Die Beachtung allgemeiner Hygieneregeln ist trotzdem sinnvoll. Beobachten Sie erkrankte Tiere in der Stadt Bern, so versuchen Sie bitte nicht, diese einzufangen. Benachrichtigen Sie die kantonale Wildhut unter 0800 940 100. Diese kümmert sich in Absprache mit der "Taubenmutter" im Tierpark um die Tiere.