Viel Sparpotenzial für Erwachsene beim Krankenkassen-Wechsel

(Bildquelle: infoticker)

92 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz können Prämien sparen, wenn sie zu einer günstigeren Krankenkasse mit dem gleichen Modell und Franchise wechseln. Das ergibt eine Auswertung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch. Auch der Staat kann profitieren. Die Krankenkassenprämien steigen auch...

92 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz können Prämien sparen, wenn sie zu einer günstigeren Krankenkasse mit dem gleichen Modell und Franchise wechseln. Das ergibt eine Auswertung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch. Auch der Staat kann profitieren.

Die Krankenkassenprämien steigen auch im nächsten Jahr wieder - im Schnitt um 5 Prozent, im Einzelfall aber auch um ein Mehrfaches. Die meisten Schweizer können eine Prämienerhöhung aber verhindern. Bei den Erwachsenen ab 26 Jahren können 92 Prozent durch einen Wechsel zu einer günstigeren Kasse Geld sparen und zahlen sogar weniger Prämien als 2014. Sie sparen im Schnitt pro Jahr 697 Franken. Dies bei gleichbleibendem Versicherungsmodell, gleicher Wahl der Unfalldeckung und gleicher Franchise.

Viele zu teuer versichert

"Viele Personen wechseln ihre Versicherung nur, wenn ihre Prämie stark steigt - selbst wenn sie bei einer überdurchschnittlich teuren Versicherung sind", erklärt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von "comparis.ch". "Dabei können gerade diese Versicherten viel sparen, wenn sie zu einer günstigeren Kasse wechseln." Die Leistung in der Grundversicherung ist bei allen Anbietern gleich.

Das grösste durchschnittliche Sparpotenzial bei einem Kassenwechsel haben Erwachsene im Kanton Genf mit 1'231 Franken pro Jahr, vor dem Halbkanton Basel Stadt mit 994 Franken und dem Kanton Neuenburg mit 949 Franken. Allerdings ist der Anteil der Erwachsenen, die mit einem Kassenwechsel sparen, in diesen Kantonen auch geringer als im schweizerischen Durchschnitt: In Genf sind es 81 Prozent, in Basel Stadt 86 Prozent und in Neuenburg nur gerade 62 Prozent.

Sparfaktor Modellwechsel


Noch grösseres Sparpotenzial als ein reiner Kassenwechsel bei gleichbleibendem Modell bietet eine zusätzliche Anpassung des Modells: Bei alternativen Modellen wie Hausarzt, Telmed oder HMO sind die Prämien im Schnitt rund 20 Prozent tiefer als im Standardmodell. Der Kunde muss im Gegenzug bestimmte Einschränkungen hinnehmen. So verzichtet er beim Hausarzt-Modell auf die freie Arztwahl und verpflichtet sich, im Krankheitsfall zuerst seinen Hausarzt zu konsultieren. Dieser muss einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Kasse haben.

Nebst dem Modellwechsel lässt sich auch mit der Wahl der Franchise sparen, wie Felix Schneuwly erklärt: "Für Erwachsene lohnen sich eigentlich nur die Franchisen 300 oder 2'500 Franken." Bei den übrigen Franchisen ist das Verhältnis zwischen Prämienrabatt und Selbstbeteiligung schlechter.

Krankenkassenwechsel können auch die Kosten der öffentlichen Hand reduzieren: "Wenn Versicherte mit Prämienverbilligungen weniger Prämien zahlen, sparen meist auch die Steuerzahler. Mit alternativen Versicherungsmodellen verursachen diese Versicherten zudem weniger Kosten, ohne dafür schlechter versorgt zu werden."