Die Kälte hält Einzug - Kein Problem für Zootiere
18.01.2016 | 12:20
Kälte ist für Tiere im Zoo kein Problem. Entweder sie lassen sich "Fellmäntel" oder "Daunenjacken" wachsen oder der Mensch sorgt für geheizte Ställe oder eine Bodenheizung. Für manche Tiere ist der Winter sogar die bevorzugte Jahreszeit.
Die kalten Wintertage sind für die meisten Zootiere problemlos zu überstehen. Rentieren und Bisons wachsen regelrechte Wintermäntel und Vögel plustern sich auf oder wärmen sich im Winter mit besonders vielen Daunenfedern. Ein dichter Pelz oder ein feines Daunenkleid sorgen dafür, dass die Tiere von einer gut isolierenden Luftschicht umgeben sind.
Für Königs- und Eselspinguine ist die klirrende Kälte geradezu ideal, weshalb sie nur im Winter auf ihren täglichen Aussenspaziergang gehen. Auch Schneeleoparden sind im Winter besonders gut zu sehen, denn im Sommer wird ihnen im dichten Fell schnell zu warm und sie verstecken sich in der Höhle.
Empfindlichere Tiere, wie Okapis, bleiben an sehr kalten Tagen auch einmal im geheizten Stall. Dasselbe gilt für Giraffen, wenn die Aussenanlage vereist und rutschig ist. Den Löwen und Geparden stehen geheizte Felsen als Komfortzone zur Verfügung.
Behaarte Fusssohlen
Zu den Kältespezialisten gehören die Schneeleoparden. Sie bewohnen die Hochgebirge Zentralasiens und sind für den Aufenthalt in der Kälte bestens ausgerüstet. Das Fell ist vor allem im Winter extrem lang und dicht und beim Ruhen legen sie den langen, buschigen Schwanz als Kälteschutz über die Nase.
Bei ihnen sind sogar die Fusssohlen mit Fell bedeckt und dank den auffallend grossen Pfoten können sie bequem über Schneefelder laufen, ohne allzu tief einzusinken. Ihr dichter Pelz ist leider begehrt, weshalb Schneeleoparden illegaler Jagd zum Opfer fallen. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes sind Schneeleoparden heute sehr selten geworden und werden deshalb von der IUCN als "stark gefährdet" geführt.
Kalte Füsse halten warm
Enten stehen auch bei grösster Kälte barfuss auf dem Eis. Dann hält ihr Körper die Kerntemperatur nur in den lebenswichtigen Organen aufrecht. Damit nicht zu viel Wärme verloren geht, sinkt die Temperatur in den äusseren Körperbereichen, besonders in den Füssen, ab. Dazu verengen sich die Gefässe am Übergang von befiederter zur unbefiederten Haut und es strömt weniger Blut in die Füsse. So geht nur wenig Wärme verloren, denn nur wenig kaltes Blut wird zurück in den Kreislauf geführt.
Der wichtigste Schutz der Vögel vor Kälte ist aber das Federkleid. Es hält eine Luftschicht zwischen Körperoberfläche und Umgebung und isoliert so bestens. Im Winter nimmt die Anzahl der Federn und auch das Körpergewicht beträchtlich zu. Die Speckschicht unter der Haut schützt ebenfalls vor Unterkühlung.
Wärmende Unterwäsche
Auch Rentiere müssen in der Natur sehr tiefe Temperaturen aushalten. Deshalb ist ihr Fell im Winter sehr lang: fünf Zentimeter an den Flanken und bis zu 30 Zentimeter an der Halsmähne. Darunter befindet sich ein "Unterhemd" aus besonders dichten, kurzen Wollhaaren.
Speziell am Rentierfell sind die hohlen Deckhaare. Die eingeschlossene Luft verbessert die Wärmedämmung des Felles zusätzlich. Das lufthaltige, starre Haarkleid isoliert perfekt. Selbst bei minus 45 °C ist der Stoffwechsel der Rentiere kaum erhöht.
Die Basler Winter sind für sie definitiv kein Problem; ebenso wenig wie für die Heidschnuckenschafe mit ihren 18 Zentimeter langen, zottigen und silbergrauen Haaren. Die dichte Unterwolle isoliert bestens gegen Kälte.