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Genf - Jahr eins nach Chris McSorley

Jahr eins nach Chris McSorley: Was ändert sich? Nicht viel. Der Kader bleibt fast unverändert und die Mannschaft ist gleich stark wie in der letzten Saison. Der neue Trainer Craig Woodcroft kann aber neue Impulse geben.

Für Genf beginnt eine interessante Saison. Der letztjährige Trainer Chris McSorley ist nach wie vor in Genf und ist nun Sportchef der Genfer geworden. Einen Job, so seine eigene Aussage, welcher ihm mehr liege als das Coaching. Der Kanadier ist nun für die Zusammenstellung der Mannschaft verantwortlich und liebt diese Herausforderung. “Ich kann mehr Zeit für die Spieler aufbringen, kann deren Schwächen und Stärken besser einschätzen und finde dabei mehr über den zu beobachtenden Spieler heraus,” sagte der ehemalige Coach in einem Interview mit der Zeitung “Tribune de Géneve”.

 

Craig Woodcroft will Meister werden mit Genf (Bild gshc)

In der Sommerpause gab es in Genf einen Aufreger. Ihr Torhüter Robert Mayer verletzte sich in Kanada beim Quad fahren. Ein Ersatz musste gefunden werden. Weder Ersatztorhüter Christophe Bays noch Léo Chuard sind so weit, dass sie acht Wochen als Nummer 1 bestreiten können. Zum guten Glück hatten die Genfer noch einen Torhüter den sie von der Leventina an das Ende des Lac Lémans holen konnten: Gauthier Descloux. Der Torhüter kann die Chance nutzen, den Verantwortlichen zu zeigen, dass er einer der besten Torhüter seines Jahrgangs ist. Kann er dies? Ja, er kann. Dazu muss er bereit sein, die extra Trainings zu absolvieren, die nötige Feinarbeit zu tun und sich immer weiter verbessern zu wollen. Wenn er den Wunsch hat, eine Nummer eins bei einem Schweizer Klub zu werden muss er diese Herausfoderung annehmen.

 

Kann Gauthier Descloux Robert Mayer ersetzen? (Bild eishockeyticker.ch/Barbara Zimmermann)

Mit Henrik Tömmernes wird ein Verteidiger in Genf auflaufen, der dem Gegner die eine oder andere Knobelaufgabe stellen wird. Wie könnte diese aussehen? Da ist der Spielaufbau, welcher der Schwede aus dem FF beherrscht. Der schnelle erste Pass nach vorne und das Umschalten von der Defensive in die Offensive. Hat der Gegner diese gelöst, dann gibt es noch eine weitere Aufgabe. Wie kann ich diesen aufsässigen Verteidiger in seiner Zone bloss bezwingen? Der Stürmer wird einen Ausweg finden müssen, wenn er Tömmernes bezwingen will. Physisch wird er dies nicht können, denn der Schwede ist kaum zu bezwingen.

Henrik Tömmersen wird der Verteidigungsminister werden (Bild Wikimedia)

 

Aus Nordamerika stösst Tanner Richard zum Team in Genf. Der harte Stürmer kann auf allen Positionen im Angriff agieren. Vielseitig, schnell und mit der physischen Kraft ist er eine Bereicherung im Schweizer Eishockey. In der AHL bestritt Richard 263 Spiele und konnte sich dabei 147 Punkte gut schreiben lassen. In der Schweiz kann er zu einem bestimmenden Spieler werden. Vielleicht sogar ein Tristan Scherwey der Genfer.

 

Adam Hasani bekommt die letzte Chance sich in der National League beweisen zu können. Wird der gebürtige Fribourger dieses Mal Erfolg haben? Nein, denn das Tempo in der obersten Liga ist zu hoch für ihn. Hasani kann dieses Tempo in dieser läuferischen und physischen Spielklasse nicht mitgehen. Zu oft wird er abfallen und den Anschluss an den Gegner verlieren. Harte Kritik für den Spieler? Durchaus. Er kann die Mängel jedoch beheben, wenn er an sich arbeitet und immer wieder die eine oder andere extra Einheit einlegt.

Adam Hasani und seine letzte Chance in der obersten Spielklasse in der Schweiz? (Bild Planethockey.ch)

Bei Makai Holdener liegt die Ausgangslage anders. Der junge Stürmer steht in der Entwicklung. Und ist ein Spieler, welcher länger braucht, um diese abzuschliessen. Die Frage lautet nicht, ob er das Talent hat, in der National League zu bestehen. Vielmehr lautet diese, bekommt er diese Zeit? In Genf wird er diese Erhalten. In fünf Jahren werden wir vielleicht schreiben, dass er zu den besten Spielern der Schweiz gehört. Dies ist durchaus möglich.

 

Diese vier Zuzüge verdeutlicht, dass Genf seinen Platz in der Liga gefunden hat. Die Genfer wollen Ausbilden und neue Spieler weiterbringen. Dazu streben die Adler den Angriff auf die Spitze der Eishockey Schweiz an. Wird ihnen dies gelingen? Nein. Dazu fehlt ihnen ein Kader, welcher auf allen Positionen tiefer und breiter besetzt ist. Dennoch sagt der neue Trainer Craig Woodcroft: “Ich will den Meistertitel nach Genf holen. Das ist mein Ziel. Daran arbeiten wir." Nur gut, dass der Kanadier nicht sagt, wann er diesen in die Calvin Stadt holen will. Sollte er nach dieser Saison noch im Amt sein, dann kann er am Ziel arbeiten. Ansonsten nimmt Chris McSorley die Arbeit hinter der Bande wieder auf. Auch wenn er dies nicht gerne tut.