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Heftige Unwetter im Appenzeller Vorderland glimpflich verlaufen

Vor allem in den Sommerwochen kann es heftige Unwetter geben. Die Holzereiarbeiten am Mattenbach im Appenzeller Vorderland belegen die Wirkung von Präventionsarbeiten: Das letzte Hochwasser Mitte Juni hat an diesem Gewässer keine grösseren Schäden angerichtet.

Die Fakten sind alarmierend: Das Gewitter über dem Appenzeller Vorderland vom vergangenen 15. Juni hat im Mattenbach innert kürzester Zeit Wassermengen von 12 bis 15 Kubikmetern pro Sekunde gebracht. "Das entspricht einem 20-jährigen Hochwasser", sagt Martin Eugster, Leiter Wasserbau im Ausserrhoder Departement Bau und Umwelt. Gemessen wurden diese Werte am heiklen Durchlass des im Tobel aufgeschütteten Bahndammes der Appenzeller Bahnen.

Wirksamer Schutz

Der stattliche Damm steht noch, auf Ausserrhoder Gebiet sind lediglich Geschiebeverfrachtungen und kleine Rutschungen an den an den Bachborden festgestellt worden. Dies ist nicht zufällig. Im Frühling 2014 wurde das Gerinne von gut 2'000 Kubikmetern Fall- und Schwemmholz gesäubert, zum Teil mit Hilfe von Helikoptern.

Nun ist der Härtetest bestanden. Martin Eugster: "Es gab keine Verklausungen, das Gerinne schluckte die Wassermassen problemlos." Forstfachleute und starke Kräfte des Zivilschutzes der Kantone Ausserrhoden und St. Gallen hatten sich für das aufwändige Schutzwaldprojekt zusammengeschlossen - und damit die Bevölkerung in den unten am Gewässer liegenden Siedlungen wirksam geschützt.

Keine grösseren Schäden

Unterhalb des Bahndammes fliesst der Mattenbach auf das Gebiet der St. Galler Gemeinde Thal und führt dort als Steinlibach durch teils dicht bebautes Terrain in den Alten Rhein. "Wir sind dankbar für alle Aktivitäten, die im oberen Teil der Bäche gemacht werden", sagt Hubert Müggler, Thaler Gemeinderat und Präsident der Bachkommission Thal-Rheineck. Das Gewitter vom 15. Juni hat einen tiefen Eindruck von der Gewalt der Elemente hinterlassen. Müggler: "Die Wassermassen waren extrem, teilweise wurde die Dammkrone beinahe erreicht." Es wurde aber auch festgestellt, dass die mitgeführten Holzteile “eher kurz waren, dank der Ausholz-Aktion“. An der über hundertjährigen Wasserverbauung sind deshalb lediglich lokale Schäden entstanden.

Erleichtert ist auch Raphael Lüchinger, Regionalförster und Leiter der Waldregion 1 St. Gallen. Er war am Schutzwaldprojekt am Mattenbach beteiligt, weil dieser ein Grenzgewässer zwischen den Kantonen ist. "Auch aus forstlicher Sicht hat sich das Projekt ausgezahlt. Die intensiven Regenfälle der letzten Wochen haben gezeigt, dass die Massnahmen die richtigen waren. Die Schäden haben sich in engen Grenzen gehalten."

Weitere Projekte

Ein kritischer Punkt bleibt laut Lüchinger der Bahndamm der Appenzeller Bahnen. Hierzu werde nun eine Projektstudie erarbeitet, welche zeigen solle, wie die Verklausung des Durchlasses verhindert werden könne - "zum Beispiel durch einen Rechen, der das Schwemmholz zurückhält".

Auch das Oberforstamt des Kantons Appenzell Ausserrhoden ist erleichtert und führt die Arbeiten an den Bächen weiter: "Für jedes Forstrevier gibt es eine waldbauliche Planung", sagt Beat Fritsche, stellvertretender Oberförster. "Dort erfassen wir die Bäche in Waldgebieten, bei denen Schwemmholz die Hochwasserproblematik verstärken könnte. Mit regelmässigen Begehungen wird der Zustand dieser Gerinne begutachtet. Wenn nötig, werden entsprechende Massnahmen eingeleitet."

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