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Hochbetrieb im Basler Vogelhaus

China-Rotschnabelbülbül (Bildquelle: Zoo Basel)

Im Vogelhaus im Zoo Basel herrscht Hochbetrieb. Rund ein Dutzend Vogelarten brüten oder haben bereits Junge. Sie sammeln und stecken Gräser, zupfen Federn aus, die sie sofort verbauen, und verfüttern unermüdlich Insekten.

Die Brutsaison im Vogelhaus läuft auf Hochtouren. Schamadrossel, Königsglanzstar, Brillenvögel, Türkistangare, Türkisnaschvogel, Zwergwachtel, Strausswachtel, Weisskopfbülbül und Dolchstichtaube sind nur einige der Vögel, die Nistmaterial herumtragen, brüten oder Junge füttern.

Vögel brüten nur, wen rundum alles passt

Damit Vögel in Brutstimmung kommen, muss geeigneter Lebensraum vorhanden sein. Jede Vogelart hat ihre eigenen Bedürfnisse. Manche brüten gerne in der Höhe, wie die Schamadrosseln, andere bevorzugen den Boden, wie die Strausswachteln. Kleine Vögel, wie die Brillenvögel, suchen das Dickicht, wo sie vor Feinden geschützt sind, andere sind etwas sorgloser und bevorzugen, wie die Dolchstichtaube, ein eher halbherzig gebautes Nest.

Das Wetter beeinflusst die Vogelbrut ebenfalls: Steigende Temperaturen und längere Tage bringen den Hormonhaushalt in Schwung. Im Frühling singen Vögel - meist sind es die Männchen - morgens früh, wenn die Sonne aufgeht. So stecken sie ihr Revier ab und locken gleichzeitig die Weibchen an. Ein besonders guter Sänger ist das Schamadrossel-Männchen. Andere Vogelarten wie die Beos oder Bali Glanzstare schwatzen eher, als sie singen.

Viele Vögel stellen ihre Ernährung in der Fortpflanzungszeit von pflanzlichem Eiweiss auf tierisches Eiweiss um. Vor allem zur Aufzucht der Jungen benötigen die Elternvögel dann extrem viele Insekten. Dank Nachschub aus der Insektenzuchtstation im Zolli, gelang die Zucht der Türkisnaschvögel. Diese Vogelart wird sonst eher selten in Zoos gezüchtet, im Zoo Basel gibt es aber seit mehreren Jahren immer wieder Nachwuchs.

Zolli hofft auf junge Beos

Die Zeit, in der die Jungen in den Nestern heranwachsen, erfordert sehr viel Geduld und Fingerspitzen-Gefühl seitens der Tierpfleger. Vögel wie die Beos schätzen es ganz und gar nicht, wenn man ihnen beim Brüten zu nahe kommt. Die tägliche Beobachtung der Vögel aus etwas Abstand ist deshalb extrem wichtig. Jeder Tierpfleger kennt seine Schützlinge bestens und kann sofort erkennen, wenn sich das Verhalten verändert.

Im Zolli hofft man auf Nachwuchs bei den Beos (Gracula religiosa intermedia), ihr Bestand ist in der Natur abnehmend. Diese Vogelart ist bei der Partnerwahl sehr heikel und Bruterfolge in Zoos sind eher selten. Hat sich jedoch ein Paar gefunden, dann sind sie sich ein Leben lang treu. Im Vogelhaus wurden viele Versuche unternommen ein harmonisches Paar zusammen zu stellen. Dank des Wissens der Pfleger hat es geklappt: Das Paar fliegt mit Futter im Schnabel emsig in die Bruthöhle ein und wieder aus, hoffentlich ein Zeichen für Nachwuchs.

Um- und Neubau des Vogelhauses startet im Herbst

Die Vögel fühlen sich offensichtlich wohl im Vogelhaus. Das 1927 eröffnete, vom Architekten Heinrich Flügel erbaute Vogelhaus hat aber Sanierungsbedarf. Ab nächstem Herbst wird das Vogelhaus saniert und mit Neubauten ergänzt. Die Kosten der Gesamtanlage, zu der auch eine Anlage für Zwergotter und eine Erweiterung der Pelikananlage gehören, belaufen sich auf rund 20 Millionen Franken.

Mit der Eröffnung der Gesamtanlage wird im ersten Halbjahr 2022 gerechnet. Die Vögel werden während der Bauzeit in der "Vogelstation" untergebracht, die für das Publikum nicht einsehbar ist.

Junge Schamadrossel (Bildquelle: Zoo Basel)