Kein Verlass auf das Veterinäramt
03.05.2017 | 16:00
Markus S. nahm im Herbst 2016 eine verwilderte Katze aus der Nachbarschaft bei sich auf. Sie war sehr krank, doch da sich das Tier in einem guten Allgemeinzustand befand, beschloss Herr S. zu helfen...
Im November nahm Herr S. eine verwilderte Katze aus dem Nachbarhaus auf, die bereits zwei Jahre nach Tod der Besitzerin immer noch auf deren Balkon sass. Einfach zurückgelassen von den Angehörigen. Von den Nachbarn wurde sie gefüttert, aber da es auf den Winter zuging, lockte Markus S. das Tier Tag für Tag näher in sein Haus und liess sie bei sich im Keller schlafen.
Die Katze wurde sehr krank
Als die Katze eine schlimme Erkältung bekam, konnte diese mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden, jedoch war das Tier dann vor Kurzem für vier Tage weg und kam in äusserst schlechtem Zustand wieder zurück. Ihr Auge war geplatzt und sie bekam kaum Luft. Also brachte Herr S. die kranke Katze in die Tierklinik, wo sie bestens versorgt wurde. Die Blutwerte der Katze waren für ihr Alter sehr gut, sodass grundsätzlich nichts gegen eine Operation, bei der das kaputte Auge, sowie Polypen entfernt werden müssten, spräche. Doch wer sollte die Kosten in Höhe von zirka 1'100 Franken tragen?
Finanzielle Unterstützung durch das Veterinäramt? - Fehlanzeige!
Markus S. rief also beim Veterinäramt in Glarus an und erkundigte sich, ob es möglich sei, dass sich das Amt an den Kosten für die OP beteiligen würde, da er ja nicht der Besitzer der Katze ist und davon ausging, dass es in solchen Fällen eine Unterstützung gibt....
Mit der Antwort der Dame vom Veterinäramt hatte er allerdings nicht gerechnet: "Wenn Sie die Katze einmal gefüttert haben ist es ihre!" Markus S. bekam von der Dame noch die Nummer einer Frau L. vom Tierschutzverein, die er aber erreichen konnte und nun wartet er noch immer auf einen Rückruf.
Auf die Frage hin, was passiert wäre, wenn er sich nicht um die Katze gekümmert und gleich das Veterinäramt informiert hätte, bekam Markus S. als Antwort, dass man die Katze beim Tierarzt hätte einschläfern lassen. - Soviel zum Thema Tierschutz. Man fragt sich wirklich, wohin all die Gelder fliessen, die für den Tierschutz gesammelt werden.
Kein Happy End für den tierischen Patienten
Leider hat es die Katze trotz des tollen Praxisteams und ebenso tollen Ärzten, nicht geschafft. Die Polypen hinter dem Auge waren so schlimm, dass sie am Mittwoch eingeschläfert werden musste. Der Wunsch von Markus S., eine gesunde Katze mit nach Hause nehmen zu können, wurde leider nicht erfüllt. Jedoch hat er - im Gegensatz zum Veterinäramt - alles Mögliche dafür getan.
Artikelfoto: Markus S.