KKW Beznau: Axpo liefert Sicherheitsnachweis im Herbst
16.09.2016 | 18:32
Axpo hat im Frühjahr 2016 nachgewiesen, dass es sich bei den Einschlüssen im Reaktordruckbehälter (RDB) des Kernkraftwerks Beznau 1 (KKB 1) um Aluminiumoxyd handelt. Diese Erkenntnisse werden von Materialuntersuchungen an einem eigen nachgebildeten Testkörper, einer Replika des Rings C, bestätigt....
Im Rahmen der in den letzten Monaten durchgeführten Untersuchungen zeigte sich, dass das bereits im letzten Jahr identifizierte Testmaterial nur teilweise geeignet war, um den hohen Qualitätsansprüchen für das Erbringen des Integritätsnachweises zu genügen. Deshalb liess Axpo den Ring C des RDB – das ist der Ring mit den meisten Unregelmässigkeiten – in einer international tätigen, renommierten Schmiede in England gemäss den in den 1960er Jahren geltenden, dokumentierten Herstellungsbedingungen in der ursprünglichen Schmiede von Le Creusot nachbilden. Das ENSI wurde über das Vorgehen informiert und war bei den darauf folgenden Materialuntersuchungen präsent.
Heute steht Folgendes fest:
- Die Replika ist repräsentativ. Sie weist praktisch identische chemische und mechanische Eigenschaften auf, wie der Ring C vom RDB Block 1.
- Erste Ultraschallmessungen haben bestätigt, dass sich während des Herstellungsprozesses der Replika Einschlüsse gebildet haben, die denjenigen in Ring C nahezu 1:1 gleichen.
- Die Replika bildet eine solide Grundlage dafür, das vorgesehene Programm zum Nachweis der Integrität des RDB vollumfänglich – auch mit zerstörenden Prüfungen – durchführen zu können.
In den nächsten Monaten stehen noch umfangreiche Untersuchungen und Bewertungen auf dem Programm. Den Sicherheitsnachweis wird Axpo erbrachthaben, wenn
- alle Prüfungen und Analysen entlang der vom ENSI akzeptierten Roadmap mit positiven Ergebnissen abgeschlossen sind,
- der werkstoffspezifische Einfluss der Unregelmässigkeiten auf die Eigenschaften des Grundmaterials geklärt ist,
- die Bruchzähigkeit des Materials belegt werden kann,
- die Frage der vorhandenen Sicherheitsreserven beantwortet ist.
Bis heute liegen weiterhin keine sicherheitstechnischen Vorbehalte für den sicheren Weiterbetrieb des KKB 1 vor. Im Gegenteil: Axpo ist mehr denn je überzeugt, die geforderten Nachweise und den "Safety Case" für das Wiederanfahren der Anlage erbringen zu können. Axpo wird den Nachweis im Laufe des Herbstes einreichen. Anschliessend wird das ENSI den Sicherheitsnachweis prüfen und über die Bewilligung zum Wiederanfahren entscheiden.