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Parahotellerie sieht einem erfreulichen Winter entgegen

Die Pensiun Laresch in Mathon GR (Bildquelle: Parahotellerie Schweiz)

Der aktuell beobachtbare Aufschwung im Schweizer Tourismus wird deutlich von der Parahotellerie mitgetragen. Zu diesem Schluss führt die aktuellste Umfrage zur Geschäftsentwicklung, welche die IG Parahotellerie Schweiz bei ihren Mitgliedern Interhome, Reka, Schweizer Jugendherbergen, TCS Camping und Bed and Breakfast Switzerland dieser Tage durchgeführt hat. Es dominieren Gästesowie Umsatzzuwächse. Sei es für die zu Ende gegangene Sommersaison 2018 wie auch für den bevorstehenden Winter 2018/19, worauf die aktuellen Vorreservationsstände hindeuten. Zwei wesentliche Erkenntnisse: Die Schweizer Parahotellerie erfreut sich einer wachsenden Kundschaft, speziell auch wieder aus Deutschland. Die Aufenthaltsdauer der Gäste verkürzt sich jedoch in der Tendenz.

Der frühe Wintereinbruch vor Jahresfrist hat wohl bei etlichen Touristen wunderbare Bilder von verschneiten Schweizer Berglandschaften und top präparierten Pisten hinterlassen. Die Erinnerung macht offenbar Lust auf mehr, wie Roger Müller, Country Manager Interhome Schweiz, erfreut feststellt. Nachdem die Wintersaison 2017/18 beim Ferienwohnungsvermittler bereits mit hohen Zuwachsraten bei Buchungszahlen wie auch Umsatz abgeschlossen werden konnte, scheint es nun nochmals besser zu werden.

"Aktuell registrieren wir gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt ein Buchungsplus von 12,2 Prozent", so Müller. Besonders stark gebucht seien die zwei Wochen über Weihnachten / Neujahr, die bei Interhome gegenwärtig sogar um 30 Prozent über Vorjahr notieren. Das Wachstum verteile sich gleichmässig über alle Schweizer Regionen, so Müller. Was er eindeutig sagen kann: "Die Rückkehr im grossen Stil von deutschen Gästen, die bereits vor Jahresfrist eingesetzt und sich im Sommer akzentuiert hat, setzt sich unvermindert fort." Die Sommersaison 2018 hat Interhome mit einem Buchungsplus von 11 Prozent gegenüber Vorjahr abgeschlossen.

Neue Reka-Wohnungen in Verbier

Bei Reka, dem zweiten Ferienwohnungsspezialisten von Parahotellerie Schweiz, deutet sich ebenfalls eine erfolgreiche Wintersaison an. Gegenwärtig liegt der bereits verbuchte Umsatz um 7,8 Prozent höher als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Trotzdem gibt sich Reka-Direktor Roger Seifritz noch zurückhaltend: "Die Schulferienwochen in der Hochsaison sind heuer früher reserviert worden als vor einem Jahr, weshalb das aktuelle Plus noch mit Vorsicht zu geniessen ist." Gleichwohl geht er davon aus, dass das letztjährige Gesamtwinterergebnis tendenziell übertroffen werden könne. "Vorausgesetzt natürlich, dass wir genügend Schnee bekommen."

Pünktlich zur Wintersaison bietet Reka 30 neue Ferienwohnungen im Walliser Skigebiet Verbier an. Als Highlights bezeichnet Roger Seifritz auch verschiedene neu kreierte Kurzaufenthaltsangebote in diversen Reka-Anlagen sowie den "Winterzauber für Familien mit Kleinkindern" im Reka-Feriendorf Urnäsch mit etlichen Zusatzleistungen. Die Sommersaison 2018 hat Reka mit einem Umsatzplus von 6,1 Prozent gegenüber Vorjahr abgeschlossen. Auch in den Reka-Dörfern wird wieder auffällig öfter Hochdeutsch gesprochen.

Winter-Weekends auf dem Campingplatz

Den Schwung aus dem Rekordsommer 2018, in welchem ein Zuwachs an Logiernächten um 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr resultierte, will auch TCS Camping in die kalte Jahreszeit mitnehmen. "Die in breiten Kreisen neu erwachte Lust auf Camping hat uns dazu bewegt, auch für die Wintersaison einiges vorzukehren", sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus & Freizeit beim TCS. So stehen auf den Plätzen Sion, Samedan, Scuol, Lugano und Solothurn beheizbare Cabanes, Mobilhomes, Pods aber natürlich auch Stellplätze für Wintererlebnisse bereit.

Der TCS Camping Scuol wartet zudem mit speziellen Pauschalangeboten auf, welche neben der Übernachtung im gemütlichen Pod, Frühstück im Camping-Restaurant, ein gediegenes Fondue-Essen und einen Eintritt ins Engadin Bad Scuol beinhalten. Auch der beheizte Skiraum sowie ein Gratis-Skibus, dazu die nahe gelegene Langlaufloipe, sollen zum Wintercamping animieren.

Jugendherbergen profitieren von Schneesportinitiative

Über einen «äusserst erfreulichen» Winterbuchungsstand, der zurzeit 9 Prozent über dem Vorjahr liege, freut sich auch Fredi Gmür, CEO der Schweizer Jugendherbergen und Präsident der IG Parahotellerie Schweiz. Dies nach einem eher durchzogenen Sommer mit einem leichten Rückgang bei den Logiernächten um ein Prozent. Dies habe in erster Linie mit der Schliessung der Jugendherberge Figino im Tessin per Ende Oktober 2017 zu tun gehabt, so Gmür. "Obschon die Jugendherberge Bern nach einem Um- und Neubau im März 2018 wieder in Betrieb ging, konnte der Ausfall im Tessin damit nicht ganz kompensiert werden." Seinen Fokus legt Fredi Gmür nun ohnehin auf den Winter.

Zum tollen Zwischenstand trage die sehr positive Zusammenarbeit mit der Schweizer Schneesport Initiative GoSnow erheblich bei. "Wir haben deutlich mehr Buchungen von Familien mit Kindern sowie von Jugendlichen." Die erfolgreiche Zusammenarbeit wird nun noch verstärkt: So wurden die Schweizer Jugendherbergen als neue Träger in den Verein Schneesportinitiative Schweiz aufgenommen und Fredi Gmür wird künftig im Vorstand Einsitz nehmen.

Mehr Deutsche in den B&Bs

Weniger stark im Wintergeschäft aktiv sind die Betriebe von Bed and Breakfast Switzerland, die wie die übrigen Mitglieder von Parahotellerie Schweiz indes auf einen guten Sommer zurückblicken. Obwohl die Aufenthaltsdauer im Schnitt leicht zurückging, konnte man bei den Logiernächten zulegen. Zum Zuwachs um 2,4 Prozent haben neben den Schweizer Gästen (+ 2,7 Prozent) vor allem auch deutsche Gäste (+ 7,8 Prozent) beigetragen. "Den Trend mit wieder deutlich mehr deutschen Gästen haben uns sehr viele Mitgliedbetriebe bestätigt", sagt Geschäftsführerin Dorette Provoost. Da sei auch der Einbruch bei den italienischen Gästen gut verkraftbar gewesen.

Die Zahl der Gastgeber nahm bei Bed and Breakfast Switzerland im Vergleich zum Vorjahr leicht ab, die Zahl der Betten blieb aber konstant. Im Hinblick auf 2019 ist Provoost aber überzeugt, dass dank teilweise erleichterten Bedingungen neue Gastgeber gewonnen werden können. "Im hart umkämpften Übernachtungsmarkt gibt es eine neue Generation von Gastgebern, die sich von den grossen, anonymen Plattformen abwendet und die persönliche Betreuung und Qualität bei Bed and Breakfast Switzerland schätzt."

Die neuen Swisspeak Resorts in Zinal VS (Bildquelle: Parahotellerie Schweiz)