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So kam der Schweizer Tatort bei den Zattoo-Guckern an

(Bildquelle: infoticker)

Tatort: Internet. Der Internet-TV-Anbieter Zattoo nimmt die Attraktivität der Tatorte ins Visier und entlarvt Flückiger und Ritschard als eher unbeliebte Kommissare.

Keine Bewährung für das Luzerner Tatort-Team Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer): Im Jahresvergleich der beliebtesten Ermittler schneiden die beiden Kommissare bei ihren Landsleuten denkbar schlecht ab.

Von den insgesamt 21 Fahnder-Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz landeten sie auf dem drittletzten Platz. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Zattoo.

Anhand der Gesamt-Sehdauer, also der Länge, über die der Tatort von allen Zattoo-Nutzern in der Schweiz verfolgt wurde, ermittelte der Internet-TV-Anbieter das jeweilige Interesse an sämtlichen Tatort-Erstausstrahlungen 2015 sowie der Tschiller-Doppelfolge zum Jahreswechsel.

Ranking-Krimi: Die fesselndsten Folgen

Über die blossen Einschaltquoten hinaus kann Zattoo die Gesamt-Sehdauer pro Ausstrahlung messen. Somit lässt sich nicht nur sehen, wie viele Zuschauer einschalten, sondern auch wie viele dran bleiben ? heisst: wie fesselnd ein Tatort war. Zu den packendsten Folgen und somit Spitzenreitern 2015 gehörten Boerne und Thiel aus Münster mit dem Fall "Schwanensee", gefolgt vom Dortmunder Kommissar Peter Faber mit "Kollaps" sowie Blum und Perlmann aus Konstanz mit "Côte d'Azur".

Der achte und neunte Fall des Luzerner Tatorts mit Flückiger und Ritschard überzeugte die Eidgenossen dagegen nicht: Die Kommissare landeten mit Platz 29 ("Schutzlos") und 37 ("Ihr werdet gerichtet?") nur im hinteren Drittel des Rankings, was auch auf die ungünstige Programmplatzierung unmittelbar vor und nach der Sommerpause zurückzuführen sein kann. Das Schlusslicht bilden Lürsen und Stedefreund mit ihrem im Hochsommer ausgestrahlten Bremer Fall "Wer Wind erntet, säht Sturm".

Einsatzkommando: Die beliebtesten Kommissare

Insgesamt 40 Ermittler gingen im vergangenen Jahr Woche für Woche auf Verbrecherjagd. Ihr ganz individueller Stil prägte die Ermittlungen und sorgte für unterschiedlich hohes Interesse des Publikums. Die Nummer 1 in der Schweizer Zuschauergunst erspielte sich die Hannoveraner LKA-Fahnderin Charlotte Lindholm und verwies die Konstanzer Kripo mit Blum und Perlmann auf die Plätze.

Auf Anhieb auf einen der vorderen Ränge (Platz 3) kämpften sich die beiden Hamburger Kommissare Tschiller und Gümer mit ihrem dritten und vierten Fall in der Doppelfolge "Der grosse Schmerz" und "Fegefeuer". Anders, als bei den deutschen Nachbarn konnte sich das Team um Til Schweiger somit ein Top-Platzierung in der Schweiz sichern.

Ganz im Gegensatz jedoch zu den Luzerner Ermittlern: Weit abgeschlagen von den Top 5 werden Reto Flückiger und Liz Ritschard lediglich drittletzter im Ranking der Tatort-Teams.

Tatzeitpunkt: Die beste Sendezeit

Düstere Tatmotive, düstere Jahreszeit: Der Tatort ist vor allem ein Winterphänomen, wird er doch in der Schweiz besonders in den Monaten zwischen Oktober und Februar geschaut. In diesen Zeitraum fielen die fünf Tatorte mit den höchsten Einschaltquoten der Zattoo-Nutzer. Kaum eine Chance hatten hingegen Ausstrahlungen zu den Feiertagen.

Während der Tatort für viele routinemässig zum Sonntag gehört, brechen die Zuschauer mit der Gewohnheit, wenn der Sonn- auf einen Festtag wie den Ostermontag oder den Zweiten Weihnachtstag fällt. Nicht nur dass die Familie zu dieser Zeit möglicherweise im Vordergrund steht, auch die übrigen Sender überzeugen meist mit attraktiven Alternativangeboten.

Der Polizeiruf, die ostdeutschen Antwort auf Deutschlands beliebtesten und ältesten TV-Krimi, ist dem Tatort übrigens auch in der Schweiz durchaus ebenbürtig und fesselt die Zuschauer auf ähnlich hohem Niveau.