Sonniger und milder April
30.04.2015 | 08:09
Statt seiner bekannten launischen, wechselhaften Witterung bescherte uns der diesjährige April überwiegend ruhiges, sonniges und mildes Frühlingswetter. Auf der Alpensüdseite fiel bis gegen Monatsende regional kaum Niederschlag, was vorübergehend zu einer akuten Waldbrandgefahr führte.
Die Monatstemperatur lag über die ganze Schweiz gemittelt 1,4 Grad über der Norm 1981 bis2010 und vor allem im Wallis und auf der Alpensüdseite blieben die Niederschlagsmengen deutlich unterdurchschnittlich.
Nasskalter Monatsbeginn
In den ersten vier Apriltagen lagen die Tagesmitteltemperaturen verbreitet 2 bis 3 Grad, in Gipfellagen 4 bis 5 Grad unter der Norm 1981 bis 2010. Im mittleren und südlichen Tessin gab es anfänglich mit Nordwind Werte von 1 bis 3 Grad über der Norm. Die aus Nordwesten herangeführte feuchtkühle Luft brachte vor allem auf der Alpennordseite und in den Alpen etwas Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze zwischen 600 m und 1'500 m schwankte.
Mit Bise zunehmend sonnig, aber kalt
Eine kräftige Bisenströmung führte ab dem 5. trockene, aber auch kalte Luft zur Schweiz. In den zunehmend klaren Nächten gab es auch im Flachland starken Frost. Die Tiefst-Temperaturen direkt über dem Boden erreichten im Norden zwischen -5 und -10 Grad, auf der Alpensüdseite zwischen 0 und -6 Grad.
Die Tagesmitteltemperaturen sanken auf der Alpennordseite trotz zunehmend sonnigen Verhältnissen 3 bis 5 Grad unter die Norm. In Berglagen bewegten sich die Werte 5 bis mehr als 7 Grad, und in den Niederungen der Alpensüdseite 1 bis 3,5 Grad unter der Norm.
Mild und sonnig - Waldbrandgefahr im Süden
Vom 9. bis am 15. April lagen Zentral- und Westeuropa sowie Teile Südeuropas unter einem kräftigem Hochdruckgebiet. Die Tagesmitteltemperaturen bewegten sich verbreitet 4 bis 6 Grad, in Berglagen und auf der Alpensüdseite 5 bis 9 Grad über der Norm 1981bis2010. Die Temperatur-Höchstwerte stiegen auf 20 bis 23 Grad und die Sonnenscheindauer erreichte landesweit meist zwischen 90 und 100 Prozent. Der Durchzug einer schwachen Niederschlagszone am 11. unterbrach auf der Alpennordseite das prächtige Frühlingswetter kurz.
Auf der Alpensüdseite setzte sich die trockene Witterung fort und liess die Waldbrandgefahr in Graubünden und im Tessin weiter ansteigen. Am 12. April brach am Monte Ceneri ein Waldbrand aus, zu dessen Bekämpfung neben der Feuerwehr vier Löschhelikopter eingesetzt wurden. Ein erneuter Unterbruch in der sonnigen und trockenen Witterung folgte am 16. und 17. durch weitere Niederschlagsgebiete, welche aber der Alpensüdseite nur geringe Regenmengen brachten.
Nochmals viel Sonne
Ein kräftiges Hoch von England bis Zentral- und Südeuropa brachte vom 18. bis am 24. das anhaltende Schönwetter zurück. Mit der Bise lagen die Tagesmitteltemperaturen zunächst noch etwas unter der Norm, ab dem 20. aber wieder verbreitet 3 bis etwas über 4 Grad, regional auch 5 bis 7 Grad darüber. Die Tageshöchstwerte stiegen im Norden auf 21 bis 24 Grad, im Wallis und im Süden bis auf 26 Grad.
Endlich Regen
Feuchte Luftmassen aus Südwesten liessen die Alpensüdseite ab dem 25. unter einer kompakten Wolkendecke verschwinden. Ohne Sonne und mit Niederschlag erreichten die Tageshöchstwerte hier noch 13 bis 16 Grad, und die Tagesmitteltemperaturen lagen im Bereich der Norm. Im Norden und in den Alpen blieben die Tagesmitteltemperaturen bis am 27. meist 3 bis 4 Grad über der Norm 1981–2010. Etwas Regen fiel verbreitet am 25. und regional am 26. April.
Ein von West nach Ost über die Alpen ziehendes Tief löste am 27. auf der Alpennordseite am Nachmittag und Abend zum Teil kräftige Gewitter aus. Im Laufental (Baselbiet) fiel dabei Hagel in Golfball-Grösse. Mit dem anschliessenden Zufluss von Kaltluft aus Norden gab es auf der Alpennordseite in der Nacht vom 27. auf den 28. kräftige Niederschläge. Auf der Alpensüdseite fiel am 27. Dauerregen und am 28. zeigte sich die Sonne wieder.
Frühlingspflanzen blühten zu einem normalen bis leicht frühen Zeitpunkt
Mit den milden Temperaturen entwickelte sich die Vegetation ab dem 8. bis 10. April sehr schnell. Wiesenschaumkraut, Löwenzahn und Obstbäume blühten und die meisten Waldbäume entfalteten im Lauf des Monats ihre Blätter.
Verglichen mit der Periode von 1981 bis 2010 fand diese Entwicklung meist zu einem normalen Zeitpunkt statt. In der ersten Monatshälfte lagen die Daten meist ziemlich genau im Mittel, gegen Ende des Monats zeigten sie eine Verfrühung von einigen Tagen.