Trübe Stimmung im Aussenhandel
20.12.2016 | 08:36
Im 2016 umfasste der November einen Arbeitstag mehr als im Vorjahr: bereinigt sanken die Exporte um 2,1 Prozent (real: - 3,7 %), während die Importe um 4,9 Prozent (real: - 6,1 %) zurückgingen. Ausfuhrseitig stagnierten die Lieferungen der beiden grössten Sparten. In der Handelsbilanz...
Die Exporte sanken im November arbeitstagbereinigt um 2,1 Prozent (real: - 3,7 %). Im Vergleich zum Oktober 2016 bildeten sich die Exporte saisonbereinigt um 3,1 Prozent zurück (real: - 0,4 %). Zugleich rutschte das Niveau damit auf den niedrigsten Stand seit September 2015.
Die Importe nahmen arbeitstagbereinigt innert Jahresfrist um 4,9 Prozent ab (real: - 6,1 %). Gegenüber dem Oktober 2016 sanken die Einfuhren saisonbereinigt um 4,6 Prozent (real: - 4,2 %). Auch importseitig weist die Tendenz seit Jahresmitte 2016 nach unten.
Durchzogene Exportentwicklung
Der November 2016 präsentierte eine grosse Bandbreite von - 23 Prozent (Fahrzeuge; Flugzeuge) hin zu + 15 Prozent (Textilien, Bekleidung und Schuhe; Rücksendungen). Während die beiden exportgrössten Sparten stagnierten, sanken die Ausfuhren von Uhren, der drittgrössten Gruppe, um einen Zehntel.
Bei den Chemisch-Pharmazeutischen Produkten, der mit Abstand grössten Warengruppe, neutralisierten die rückläufigen Verkäufe von pharmazeutischen Wirkstoffen (- 16 % bzw. - 221 Mio. Fr.) den Mehrabsatz von immunologischen Produkten (+ 12 % bzw. 239 Mio. Fr.). Auch im Bereich der Maschinen und Elektronik verharrten die Ausfuhren auf dem Vorjahresniveau. Der Anstieg in der Maschinensparte (+ 2 %) rührte nur von den nichtelektrischen Kraftmaschinen (+ 93 Mio. Fr.) her. Insgesamt rückläufig war der Versand von Geräten der Elektroindustrie und der Elektronik.
Abgesehen von Nordamerika (+ 1 %; Kanada: + 29 %) reduzierten sich die Exporte nach allen bedeutenden Kontinenten. Um 3 Prozent sanken die Ausfuhren nach Europa (EU: - 4 %), bedingt durch rückläufige Pharma-Verkäufe in Österreich (- 33 % bzw. - 179 Mio. Fr.) und im Vereinigten Königreich (- 14 % bzw. - 155 Mio. Fr.); bei Letzterem spielten auch gesunkene Fahrzeuglieferungen eine Rolle.
Ferner gingen die Ausfuhren nach Frankreich um 8 Prozent bzw. 95 Mio. Franken zurück. Dagegen wuchsen die Exporte nach Belgien innert Jahresfrist um 18 Prozent bzw. 82 Mio. Fr. Der Absatz in Asien verringerte sich insgesamt um 1 Prozent. Stark gegensätzlich fiel hier das Exportgeschäft in Japan (- 102 Mio. Fr.) und China (+ 94 Mio. Fr.) aus.
Importe von Pharma und Bijouterie: - 683 Mio. Franken
Drei Viertel der Warengruppen verzeichneten einen Nachfragerückgang. Wertmässig 90 Prozent des Minus entfiel allein auf die beiden Warengruppen Bijouterie und Juwelierwaren (- 35 % bzw. - 315 Mio. Fr.) sowie Chemisch-Pharmazeutische Produkte (- 9 % bzw. - 368 Mio. Fr.).
Im Bereich der Chemisch-Pharmazeutischen Produkte reduzierten sich namentlich die Importe von pharmazeutischen Wirkstoffen um zwei Fünftel bzw. 480 Mio. Fr. In der Sparte Maschinen und Elektronik sanken die Bezüge insgesamt um 6 Prozent (- 158 Mio. Fr.). Auf der Plusseite fielen die Fahrzeuge mit + 8 Prozent bzw. + 115 Mio. Franken auf; dabei stiegen die Importe von Personenautos um 73 Mio. Fr (Stück: + 4 %). Zudem erhöhten sich die Einfuhren von Textilien, Bekleidung und Schuhen um einen Zehntel (+ 74 Mio. Fr.).
Rückgang bei Latainamerika und Asien
Während die Schweiz wertmässig 6 Prozent mehr Waren aus Nordamerika (USA: + 6 %) bezog, sanken die Importe aus den übrigen grossen Wirtschaftsräumen. Deutlich war der Rückgang bei Lateinamerika (- 9 %) und Asien (- 8 % bzw. - 201 Mio. Fr.). Bei Letzteren standen dem kräftigen Minus Singapurs (- 224 Mio. Fr.; Uhren und Bijouterie) bzw. Chinas (- 120 Mio. Fr.) markant höhere Zufuhren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (+ 88 Mio. Fr.; Bijouterie) gegenüber.
In Europa (- 5 %; EU: - 6 %) belastete die massive Importabnahme bei Irland (- 484 Mio. Fr.; Pharma) das Gesamtergebnis. Ausserdem nahmen die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich um 11 Prozent bzw. 72 Mio. Franken ab.