Verhandlungen über neuen Kiosk-GAV gescheitert
24.11.2016 | 22:00
Die Verhandlungen über die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) zwischen der mitgliederstarken Gewerkschaft Syna und der Kioskbetreiberin Valora sind gescheitert. Anstatt weiter zu verhandeln, will Valora offenbar mit einem Verband, der kaum Mitglieder beim Kioskpersonal vertritt, einen GAV...
Nachdem Mitte dieses Jahres die Revision des GAV mit Valora eingeleitet wurde, hat Syna ganz konkrete Verbesserungen der Anstellungsbedingungen vorgeschlagen. So ging es unter anderem um eine grössere Absicherung der Arbeitsbedingungen für die Angestellten der Valora-Agenturen und Verkaufsstellen wie beispielsweise "K kiosk", "Press&Books", "Naville" und "Avec".
GAV als "billiger Jakob"
Anstatt auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen und ernsthaft weiterzuverhandeln, zieht es Valora offenbar vor, als "billiger Jakob" und ohne Beteiligung des betroffenen Personals einen GAV mit dem KV Schweiz abschliessen zu wollen; dies wurde Syna telefonisch mitgeteilt. Syna glaubt nicht daran, dass dieser Verband, der kaum Mitglieder in den Kiosken vertritt und die Situation der Kioskmitarbeitenden nicht kennen kann, das Personal ernsthaft vertreten würde.
Valora muss Löhne erhöhen
Valora-Aktionäre konnten 2015 und 2016 die höchsten Dividenden seit jeher einstecken, die Löhne der Manager sind sogar um über 50 Prozent gestiegen. Wenn man bedenkt, dass Valora im Branchenvergleich die tiefsten Mindestlöhne gewährt und dem Personal in den letzten zwei Jahren keine Lohnerhöhungen zuteilte, ist diese Entwicklung inakzeptabel. Unabhängig vom GAV wird Valora die seit Jahren überfälligen Lohnanpassungen zugestehen müssen. Syna wird dies auch künftig überprüfen und dafür sorgen, dass Valora-Lohnversprechen nicht zur reinen Imagemassnahme verkommen.
Valora vergibt Chance
Es droht eine weitere Verschlechterung der bereits problematischen Arbeitsbedingungen der Kioskmitarbeitenden. Syna wird also künftig vermehrt die Ansprüche des Personals rechtlich durchsetzen müssen. Valora hat die Chance vergeben, die seit 2009 bestehende Zusammenarbeit mit Syna zu erneuern und fortzuführen. Da ab dem nächsten Jahr keine direkten sozialpartnerschaftlichen Beziehungen mehr mit Valora bestehen, rechnet Syna mit grösseren Auseinandersetzungen.