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Wenige Meter nach Temposchild: Blitzeralarm

(Bildquelle: infoticker)

Kaum war sie in der 60er Zone, wurde sie geblitzt. Dagegen will sie sich nun wehren.

Am 2. November war Sabine Haupt mit ihrem PKW in Pully Richtung Lausanne unterwegs. Sie fuhr mit 78 km/h, als sie schliesslich von der Polizei geblitzt wurde. Auf dem Strassenabschnitt, der geradlinig ist, gilt Tempo 60. Die Messung fand fast direkt hinter dem Geschwindigkeitsschild statt: Der Radar stand nur 70 Meter weiter. Auf dem Strassenabschnitt davor sind 80 Stundenkilometer erlaubt.

In diesem Feld fuhr sie noch korrekt. Doch kaum, als sie das 60er-Schild passiert hatte, nahm sie von einem am Strassenrand stehenden Auto einen Blitz war. Wenig später flatterte dann auch schon die Rechnung ins Haus. Sie wurde mit 160 Euro zur Kasse gebeten.

"Keine Chance mehr, korrekt zu fahren"

Die Literaturprofessorin ist deshalb sauer: "Ich lebe seit 36 Jahren in der Schweiz, ich halte mich peinlich genau an die Strassenschilder und ich fahre nie zu schnell – bis vor zwei Wochen", erzählt sie der Zeitung "Le Matin". Nach 20 Jahren Autofahren und jährlich rund 10'000 bis 12'000 gefahrenen Kilometern hat die 57-Jährige nur drei Parkbussen vorzuweisen. "Mein Auto ist alt, mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren, macht für mich überhaupt keinen Sinn."

Dass sie jetzt 160 Franken Busse bezahlen soll, ist für die Waadtländerin mit deutschen Wurzeln deshalb "klar und deutlich eine Abzocke, gegen die ich mich wehre". Dies möchte sie auch schriftlich der Polizei in Lausanne mitteilen. "Wenn Autofahrern auf diese Art Fallen gestellt werden, haben wir keine Chance mehr, korrekt zu fahren."

"Wollen die Fahrer nicht in die Falle locken"

Bei der Polizei sieht man die Angelegenheit naturgemäss etwas anders. Mehrere Male seien an der Stelle sogenannte Präventiv-Radaranlage aufgestellt worden, die die Geschwindigkeit anzeigten. "Weil viele Autofahrer auf dem Gefälle zu schnell fuhren, haben wir entschieden, dort einen mobilen Radar aufzustellen", erklärt der zuständige Polizeikommandant. Und: "Wir wollen die Autofahrer nicht in die Falle locken."