Zunahme von Dschihad-Reisen aus der Schweiz
22.01.2016 | 08:11
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) publiziert seit etwas über einem Jahr die Anzahl der dschihadistisch motivierten Reisenden aus der Schweiz, die in Konfliktgebieten waren oder sich noch immer dort befinden. Bis heute wurden 73 Fälle verzeichnet, im Dezember 2015 waren es noch 71.
Von den von 2001 bis heute erfassten 73 Dschihadreisenden begaben sich 59 nach Syrien und in den Irak und 14 nach Somalia, Afghanistan und Pakistan. Da es sich hierbei um kumulierte Zahlen handelt, muss hervorgehoben werden, dass sich einige dieser Personen noch vor Ort befinden. Sechzehn sind gestorben (davon neun bestätigt), weitere reisen in den Konfliktgebieten herum oder sind in die Schweiz zurückgekehrt.
Seit den 71 im Dezember 2015 verzeichneten Fällen hat der NDB drei neue Fälle registriert. Eine weitere, als unbestätigt eingestufte Reisebewegung wurde aus der Liste entfernt, da sie als nicht dschihadistisch motiviert betrachtet werden kann. Die Anzahl der Rückkehrer beläuft sich wie bereits im Dezember 2015 auf 13; davon wurden neun Fälle bestätigt. Die Einstufung der vier unbestätigten Fälle erfolgte anhand folgender Kriterien: Entweder konnte die dschihadistische Motivation dieser Personen nicht nachgewiesen und/oder ihr genauer Aufenthaltsort nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Der NDB geht auch diesen unbestätigten Fällen weiterhin nach.
Quelle: NDB
Unter diesen 73 Fällen befinden sich 28 Personen, die über eine schweizerische Staatsangehörigkeit verfügen (davon 16 Doppelbürger). Weitere Angaben zu Identität, Alter, Geschlecht, Nationalität und Wohnsitz dieser Personen gibt der NDB nicht bekannt. Der NDB arbeitet eng und kontinuierlich mit den Behörden des Bundes (Bundesanwaltschaft, Bundesämter für Justiz, Migration und Polizei, Grenzwachtkorps, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten usw.) und der Kantone (Justiz- und Polizeidepartemente, Kantonspolizeien usw.) zusammen.
Im Mai 2013 gab der NDB bekannt, dass seit 2001 etwa 20 Dschihadreisende aus der Schweiz in Konfliktzonen zu verzeichnen waren. Im Mai 2014 erhöhte sich diese Zahl auf 40 und im Dezember 2015 auf 71.