Besuch bei den Schönheiten im Basler Vogelhaus

(Bildquelle: infoticker)

Im Winter lädt das Vogelhaus im Zoo Basel zu einem ganz besonders Besuch ein. Gerade am frühen Morgen sind viele Vögel sehr aktiv und zwitschern in den schönsten Tönen.

Wer sich Zeit nimmt und das muntere Treiben an der Wärme gemütlich auf einer Bank sitzend beobachtet, dem werden sich schnell die ersten - besonders neugierigen - Vögel nähern, allen voran die Rotschwanz-Häherlinge, die meistens paarweise unterwegs sind, oder die Schamadrossel, die durch ihren wunderbaren Gesang einen in Bann zieht. Andere Vögel muss man eher suchen, beispielsweise die neu eingezogenen Türkistangare und die Siebenfarbentangare.

Nachwuchs bei den Türkistangaren

Im Mai letzten Jahres zogen die Türkistangare ins Vogelhaus ein. Das Paar kam aus dem Zoo Wuppertal und wurde nach einer kurzen Quarantäne in die Freiflughalle entlassen. Türkistangare fallen durch ihr blau- schwarz -weisses Gefieder auf. Es schillert in den schönsten Farben, besonders wenn sie ein Sonnenbad geniessen.

Ihr neues Zuhause schien den Vögeln zu gefallen, denn bereits ein paar Wochen nach dem Einzug begannen sie mit der Balz und kurz darauf mit der Brut. Die Freude war gross, als ein Junges im Nest gesichtet wurde. Unbemerkt zogen die Vogeleltern im Nest, das sehr weit oben in der Halle hängt, ein zweites Junges auf. Es wurde erst entdeckt, als es mit seinem Geschwister ausflog.

Türkistangare kommen - entgegen ihrem lateinischen Art-Namen Tangara mexicana - nicht in Mexiko, sondern im nördlichen Südamerika bis hin nach Brasilien vor. Sie leben in Gruppen, verlassen diese aber paarweise zur Zucht. Da sie es gelernt haben, sich auch in Kulturlandschaften zurecht zu finden, ist ihre Art zum Glück derzeit nicht gefährdet.

Knallbuntes Paar

Eine weitere, wunderschön bunte Vogelart lebt im Vogelhaus, die Siebenfarben-Tangare (Tangara chilensis). Ihr Kopf ist leuchtend grün, das Bauchgefieder knallig blau, die Schwingen schwarz und das Gefieder am Rücken orange.

Im Zoo Basel wird diese Tangaren-Art schon länger gehalten. Allerdings lebte sie zeitweise hinter den Kulissen, in der Hoffnung, dass die Vögel dort in aller Ruhe für Nachwuchs sorgen. Da dies nicht wie erhofft funktionierte, wurde vor einigen Wochen von einem privaten Züchter ein Weibchen erworben und mit einem männlichen Partner in die grosse Freiflughalle gelassen.

Im vergangenen Jahr haben nicht nur die Türksitangare, sondern auch viele andere Vogelarten dort ihren Nachwuchs aufgezogen. Es besteht also berechtigte Hoffnung, dass auch die Siebenfarben-Tangare sich wohl fühlen und Junge aufziehen.

Sehr seltene Nachzuchten im Zoo

In zoologischen Gärten sind Siebenfarbentangare extrem selten und Nachzuchten sind noch viel seltener, in der Natur sind sie jedoch noch recht häufig. Wie auch die Türkistangare sind sie Kulturfolger und auch in ihrem Fall täuscht der wissenschaftliche Artname bezüglich Herkunftsort. Die Art lebt nicht in Chile, sondern in Venezuela, Brasilien, Ost-Kolumbien bis Nord-Bolivien und in den Guyanas.

Wer etwas Geduld mitbringt, kann diese wunderschönen Neuzugänge im Vogelhaus besonders gut an der Futterstelle beobachten.