Das Sauber F1 Team präsentiert den Sauber C35-Ferrari

(Bildquelle: infoticker)

Für das Sauber F1 Team ist 2016 schon die 24. Saison in der Formel 1. Die Equipe mit Hauptsitz in Hinwil im Zürcher Oberland ist nach Ferrari, Williams und McLaren das viertälteste Team unter den aktuell existierenden Markennamen. Zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2016 tritt das Sauber F1 Team...

Die Zielsetzung von Teamchefin Monisha Kaltenborn klingt fürs Erste kurz und bündig: "Wir wollen uns deutlich steigern." Im Weiteren erklärt die Teamchefin: "Natürlich haben wir eine gewisse Platzierung als Wunsch. Doch zuerst einmal ist es wichtig, sich im Mittelfeld zu etablieren. Erst dann werden wir uns auf einzelne Platzierungen fokussieren."

In Bezug auf die Piloten Marcus Ericsson und Felipe Nasr sagt Monisha Kaltenborn: "Beide haben eine gute, erste Saison für uns hingelegt. Für Marcus und Felipe spricht, dass ihnen nur wenige Fehler unterlaufen sind. Und dass sie aus diesen Fehlern gelernt haben. Jetzt müssen sie zeigen, wie sie nach ihren Erfahrungen weiter an sich arbeiten."

Erissons Erwartungen, Nasrs Prognose

Marcus Ericsson - und seine Erwartungen für sein drittes Formel-1-Jahr, sein zweites beim Sauber F1 Team: "Der Kampf um die Plätze wird härter. Doch ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem neuen Auto einen Schritt vorwärts machen, um konstanter und aus eigener Kraft in die Punkteränge fahren zu können. Im vergangenen Jahr schafften wir einen guten Start, in der zweiten Saisonhälfte hatten wir mehr zu kämpfen, um zu punkten. Deshalb würde es mich freuen, wenn wir diese Saison auf einem Niveau um Punkte fahren können, wo die Rundenzeit entscheidend ist. Ich weiss, dass im Werk in Hinwil alle sehr hart in diese Richtung arbeiten."

Felipe Nasr - und seine Prognose für sein zweites Jahr in der Formel 1: "Für mich ist es schwierig vorherzusagen, wie sich die Positionen hinter den Topteams in dieser Saison verteilen werden - und wo wir uns da einreihen können. Denn nicht nur wir, sondern auch die Konkurrenten werden Neuerungen an den Start bringen, deren Effizienz sich erst zeigen muss. Unter diesen Voraussetzungen sind Prognosen kaum möglich. Das gesamte Team hat sehr hart daran gearbeitet, um die Bereiche im Auto zu eruieren, die wir verbessern können. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass uns ein Fortschritt gelungen ist. Wo wir uns damit platzieren können, wird die Saison zeigen."

Ein neuer Ansatz

Mark Smith startete im Juli 2015 als Technischer Direktor beim Sauber F1 Team mit dem Ziel, die Konzeption des Sauber C35-Ferrari anders auszurichten und soweit machbar in neue aerodynamische Bahnen zu lenken. Vom Reglement her mussten dazu für diese Saison noch einige Änderungen berücksichtigt werden. So basiert das neue Sauber-Auto auf drei Schlüsselfaktoren: Erstens, auf der gegenüber 2015 unterschiedlichen Konzeption bei der Aerodynamik. Zweitens, auf den Anpassungen und Veränderungen in der Struktur des Antriebstrangs. Drittens, auf der Reduzierung des Gesamtgewichts.

"Bei der Entwicklung des Sauber C35-Ferrari gingen wir dieses Mal einen etwas anderen Weg. Wir änderten unsere Philosophie in Bezug darauf, wie wir das Auto aerodynamisch weiterentwickeln wollen. Das klingt zunächst nicht nach viel, die Auswirkungen auf die Entwicklung des Autos sind aber signifikant", erklärt Mark Smith und beschreibt seinen ersten Eindruck so: "Dem neuen Sauber-Auto ist anzusehen, dass es eine Evolution darstellt."

Kompaktheit als Vorteil

Chassis: Bei der Design-Philosophie des Sauber C35-Ferrari spielten auch die Strukturveränderungen beim Antriebstrang (Power Unit) eine wichtige Rolle, dessen Einheiten ab dieser Saison kompakter und zentraler in der Fahrzeugmitte platziert sind. Das diesjährige Getriebe von Ferrari verschaffte den Designern und Ingenieuren so den Vorteil von mehr Kompaktheit, was die aerodynamische Effizienz erhöht. Auch die Seitenkästen sind kompakter und schmaler, als beim Vorgängermodell C34. Dies wiederum hat einen Einfluss auf das Kühlsystem, das ebenfalls enger und kompakter aussieht.

Gewicht: Im Zuge dieser Veränderungen gibt es im Auto Bereiche, die an Gewicht zulegten. Daher musste an anderen Stellen das Gewicht dementsprechend reduziert werden. Dieses "Abspecken" zog sich quer durch den kompletten Design-Prozess und stellte vor allem für die Designer eine grosse Herausforderung dar.

Erhöhter Cockpitrand

Mehr Sound: Diesbezüglich hat sich das Reglement für das Auspuffsystem geändert. 2016 müssen die Autos entweder mit einem oder zwei zusätzlichen Endrohren ausgestattet sein, durch die der überschüssige Ladedruck mittels Wastegate-Ventil abgeführt wird. Diese zusätzlichen Endrohre verlaufen dabei um die zentrale Heckflügelbefestigung (Pylon).

Cockpit: Gemäss dem Reglement wurde der Cockpitrand erhöht, was auch die Sicherheit für die Fahrer erhöht. Zudem gibt es neu eine Mini-Highspeed-Kamera an Bord, die die Bewegungen des Kopfes aufzeichnet - diese Bilder werden in erster Linie zur Unfall-Analyse verwendet.

Reifen: Neu sind bei Pirellis Trockenreifen ab diesem Jahr als Ergänzung zu Supersoft-, Soft-, Medium- und Hart- die Ultrasoft Reifen - zu rot, gelb, weiss und orange kommt nun die violette Markierung hinzu.

Antriebsstrang: Den Motorenherstellern stehen 2016 mehr Token zur Verfügung: 32 statt 25, wie 2015. Das bedeutet für die Hersteller mehr Freiheiten bei der Weiterentwicklung der Struktur der Antriebsstränge. Beim Sauber C35-Auto werden Antrieb, ERS und Getriebe weiterhin von Ferrari geliefert.