Der Fall Franz W. und die Gefahr von Nachahmern

(Bildquelle: infoticker)

Eine nervenaufreibende Fahndung ist seit gestern Abend beendet: Franz Wrousis ist geschnappt. Ein Psychologe sieht jetzt allerdings die Gefahr von Nachahmern.

Seit Montagmorgen hielt Franz Wrousis die Polizei in Atmen. Nach seiner Kettensägen-Attacke auf die CSS-Filiale in Schaffhausen war der 51-jährige Straftäter während rund 36 Stunden auf der Flucht, ehe er am Dienstagabend in Thalwil gefasst werden konnte. Den entscheidenden Tipp gab ein Pizzeria-Chef (mehr hier).

Jérôme Endrass, stellvertretender Leiter des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes im Zürcher Amt für Justizvollzug, macht sich nun Sorgen wegen möglicher Nachahmungstätern. "Die Gefahr von Nachahmungstätern ist hoch!", sagte er zu "Watson".

Defensive Berichterstattung erwünscht

Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass möglichst wenig Informationen über den Täter an die Öffentlichkeit getragen würden. Er hoffe auf eine zurückhaltende Berichterstattung der Medien. Verharmlosen dürfe man die grausame Tat aber nicht, so Endrass, der weiter ausführte: "Es ist offensichtlich, dass diese Person gefährlicher ist als der Durchschnittsbürger, obwohl man aus einer brutalen Tat nicht automatisch den Schluss ziehen darf, dass der Täter generell brutal ist."

Im Falle von Franz Wrousis war jedoch von einer Gefahr für die Bevölkerung auszugehen. Die Polizei warnte mehrmals, dass der Mann mit einer Kettensäge oder anderen Waffen unterwegs sein könnte. Glücklicherweise kamen nach der Attacke in Schaffhausen aber keine weiteren Verletzten mehr hinzu. 

Artikelfoto: Schaffhauser Polizei